In welcher Stadt im Bergischen Land wurde Adolf Eichmann 1906 geboren?
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Solingen
1914 zog die Familie nach Linz, wo der Vater eine Stelle bei der Straßenbahn- und Elektrizitätsgesellschaft angenommen hatte.
11 Fragen · Geschichte
Adolf Eichmann, 1906 in Solingen geboren und in Linz aufgewachsen, war der Logistiker des Holocaust: der Mann, der Fahrpläne, Listen und Züge für die Deportation von Millionen Menschen organisierte. Nach abgebrochener Ausbildung arbeitete er als Vertreter einer Ölfirma, bis er 1932 in die SS eintrat. Im Sicherheitsdienst machte er sich zum „Judenexperten“. 1938 leitete er in Wien die „Zentralstelle für jüdische Auswanderung“, die Juden ausplünderte und außer Landes trieb. Ab 1939 führte er im Reichssicherheitshauptamt das Referat, das die Deportationen aus ganz Europa koordinierte; bei der Wannseekonferenz schrieb er das Protokoll. 1944 organisierte er in Ungarn persönlich den Abtransport von über 400.000 Juden nach Auschwitz. Nach dem Krieg tauchte der SS-Obersturmbannführer unter und floh 1950 als „Ricardo Klement“ nach Argentinien. 1960 entführte ihn der israelische Geheimdienst Mossad aus Buenos Aires. Der Prozess in Jerusalem 1961 wurde weltweit übertragen und gab den Überlebenden erstmals eine große Stimme. Eichmann stellte sich als kleinen Befehlsempfänger dar. Die Philosophin Hannah Arendt prägte nach dem Prozess die umstrittene Formel von der „Banalität des Bösen“; spätere Funde zeigten einen überzeugten Antisemiten. 1962 wurde er hingerichtet: bis heute das einzige zivile Todesurteil, das Israel vollstreckt hat.
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Solingen
1914 zog die Familie nach Linz, wo der Vater eine Stelle bei der Straßenbahn- und Elektrizitätsgesellschaft angenommen hatte.
Foto: Israel Government Press Office · Public domain · Wikimedia Commons
Adolf Eichmann
Eichmann 1961 während seines Prozesses in Jerusalem.
Linz
Dort trat er 1932 der österreichischen NSDAP und der SS bei, bevor er ins Deutsche Reich ging.
Wien
Die Stelle zwang Juden, ihr Vermögen abzugeben, bevor sie ausreisen durften: ein Fließband der Ausplünderung.
Obersturmbannführer
Der Rang entsprach einem Oberstleutnant: Eichmann war kein hoher Führer, aber Schaltstelle der Deportationen.
Ungarn
Zwischen Mai und Juli 1944 fuhren täglich mehrere Züge; die meisten Deportierten wurden direkt nach der Ankunft ermordet.
Argentinien
Über die sogenannte Rattenlinie gelangte er mit einem Rotkreuz-Pass von Genua nach Buenos Aires; später arbeitete er bei Mercedes-Benz.
Mossad
Den entscheidenden Hinweis hatte der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer nach Israel weitergegeben, weil er deutschen Behörden misstraute.
Jerusalem
Mehr als 100 Zeugen sagten aus, der Prozess wurde weltweit im Fernsehen gezeigt.
💡 Wusstest du? Eichmann saß in einem Glaskasten aus Panzerglas, um ihn vor Anschlägen zu schützen.
Banalität des Bösen
Arendt sah in Eichmann einen gedankenlosen Bürokraten. Die Historikerin Bettina Stangneth zeigte später anhand seiner Aufzeichnungen aus Argentinien, dass er ein überzeugter Antisemit war.
1962
Er wurde in der Nacht zum 1. Juni 1962 in Ramla gehängt; seine Asche wurde außerhalb der Hoheitsgewässer im Mittelmeer verstreut.
💡 Wusstest du? Es ist bis heute die einzige Vollstreckung eines Todesurteils durch ein ziviles Gericht in Israel.
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