In welcher schwäbischen Stadt an der Donau wurde Josef Mengele 1911 geboren?
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Günzburg
Die Firma seines Vaters war lange einer der größten Arbeitgeber der Stadt.
11 Fragen · Geschichte
Josef Mengele, 1911 im schwäbischen Günzburg als Sohn eines wohlhabenden Landmaschinenfabrikanten geboren, wurde als Lagerarzt von Auschwitz zum Inbegriff des verbrecherischen Mediziners. Er studierte Medizin und Anthropologie und wurde in beiden Fächern promoviert. Sein Förderer war der Rassenforscher Otmar von Verschuer, der ihm nach Frankfurt und später an das Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin folgte. Nach einem Einsatz an der Ostfront kam Mengele im Mai 1943 nach Auschwitz. Dort stand er an der Rampe von Birkenau und entschied bei der „Selektion“, wer sofort in die Gaskammern geschickt wurde und wer vorerst Zwangsarbeit leisten musste. Für seine pseudowissenschaftlichen Versuche suchte er gezielt Zwillinge aus, vor allem Kinder; Präparate schickte er an Verschuers Institut. Überlebende nannten ihn den „Todesengel“. Kurz vor der Befreiung setzte er sich ab. Nach dem Krieg lebte Mengele zunächst unerkannt in Bayern und floh 1949 über die „Rattenlinie“ nach Argentinien, später nach Paraguay und Brasilien: unterstützt von seiner Familie. Trotz Haftbefehl und internationaler Suche wurde er nie gefasst. 1979 ertrank er nach einem Schlaganfall beim Baden an der brasilianischen Küste. Erst 1985 wurde sein Grab unter falschem Namen entdeckt; eine DNA-Analyse bestätigte 1992 endgültig seine Identität.
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Günzburg
Die Firma seines Vaters war lange einer der größten Arbeitgeber der Stadt.
Foto: Unbekannt · Public domain · Wikimedia Commons
Josef Mengele
Mengele 1956 auf dem Foto eines argentinischen Ausweises: er lebte damals unbehelligt in Buenos Aires.
Landmaschinen
Die Familie unterstützte Mengele nach dem Krieg jahrzehntelang mit Geld auf der Flucht.
Anthropologie
Seine anthropologische Doktorarbeit in München sollte „rassische“ Unterschiede am Unterkiefer belegen.
Otmar von Verschuer
Verschuer leitete das Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie in Berlin. Nach dem Krieg wurde er Professor in Münster: belangt wurde er nie.
Selektion
Alte Menschen, Kranke, Schwangere und die meisten Kinder wurden sofort in die Gaskammern geschickt.
Zwillinge
Von rund 3000 Zwillingen, die er auswählte, überlebten nur wenige Hundert.
💡 Wusstest du? Die Überlebende Eva Mozes Kor gründete später ein Museum und sprach öffentlich über ihre Vergebung, ohne das Verbrechen zu relativieren.
Todesengel
Er erschien oft gepflegt und lächelnd an der Rampe, manchmal pfeifend: ein Kontrast, den viele Überlebende nie vergaßen.
Argentinien
Später lebte er in Paraguay und ab 1960 in Brasilien, zuletzt unter dem Namen „Wolfgang Gerhard“.
Brasilien
Er starb in Bertioga an der Küste von São Paulo, ohne je vor Gericht gestanden zu haben.
DNA-Analyse
Verglichen wurde mit Blut seines Sohnes Rolf. Schon 1985 hatten Forensiker ihn anhand von Knochen und Zähnen weitgehend identifiziert.
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