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Schriften erkennen lernen

14 Fragen · Sprache

Schrift lässt sich sehen, bevor man sie liest. Wer ein paar Formen im Kopf hat, erkennt an einer Handschriftenseite ohne ein einziges entziffertes Wort, aus welchem Jahrhundert sie stammt: daran arbeitet die Paläographie. Die Unterschiede sind größer, als man denkt: Die römische Capitalis kennt nur Großbuchstaben, gemeißelt und streng. Die Unziale rundet alles ab und hält die Buchstaben zwischen zwei Linien. Die insulare Schrift der irischen Klöster setzt kräftige Keile auf die Oberlängen. Karls karolingische Minuskel ist so klar, dass sie heute noch fast wie unsere Kleinbuchstaben aussieht: was kein Zufall ist, denn sie sind es. Dann bricht das Hochmittelalter die Rundungen: Die Textura steht so eng, dass die Seite wie ein Gewebe wirkt, während der Süden mit der Rotunda rund und breit bleibt. Die Humanisten greifen zurück und schaffen damit unsere Antiqua; parallel läuft im deutschen Sprachraum die gebrochene Linie weiter, als Fraktur im Druck und als Kurrent in der Hand, bis 1941. Dieses Paket zeigt Proben und fragt nur eines: Welche Schrift ist das? Die Zeitangabe steht jeweils in der Auflösung: nach ein paar Runden ordnet man eine unbekannte Seite grob selbst ein.

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In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

7 von 14 Fragen mit Lösung

Welche Schrift ist das?

Capitalis monumentalis

Foto: Shropshire Museums · Public domain · Wikimedia Commons

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Capitalis monumentalis

Die Schrift der römischen Inschriften: gemeißelt, streng, ohne Kleinbuchstaben. Unsere Großbuchstaben stammen unverändert von ihr ab. (1. Jh. v. Chr.: 5. Jh.)

Unziale

Foto: Unknown author · Public domain · Wikimedia Commons

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Unziale

Rund und breit, alle Buchstaben gleich hoch zwischen zwei Linien: eine Majuskelschrift ohne Ober- und Unterlängen. (4. bis 8. Jahrhundert)

Insulare Schrift

Foto: medieval author · Public domain · Wikimedia Commons

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Insulare Schrift

Die Schrift der irischen und angelsächsischen Klöster, mit kräftigen Keilen an den Oberlängen; das Book of Kells ist ihr berühmtestes Beispiel. (6. bis 9. Jahrhundert)

Merowingische Schrift

Foto: Ser be etre shi · CC0 · Wikimedia Commons

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Merowingische Schrift

Schmal, spitz und stark verschleift: die fränkische Kanzleischrift vor Karls Reform, für heutige Augen kaum lesbar. (7. bis 8. Jahrhundert)

Westgotische Minuskel

Foto: Lowe, E. A. (Elias Avery), 1879-1969 · No restrictions · Wikimedia Commons

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Westgotische Minuskel

Die Schrift der spanischen Reiche, bis das Konzil von León 1090 die karolingische Minuskel durchsetzte. (8. bis 12. Jahrhundert)

Karolingische Minuskel

Public domain · Wikimedia Commons

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Karolingische Minuskel

Klar, rund und überall gleich: die Reform Karls des Großen. Unsere Kleinbuchstaben stammen in gerader Linie von ihr ab. (9. bis 12. Jahrhundert)

Textura

Foto: Original by Johannes Gutenberg (printer), Scan by Jossi · Public domain · Wikimedia Commons

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Textura

Eng, kantig, gebrochen: Die Buchstaben stehen so dicht, dass die Seite wirkt wie ein Gewebe. Gutenberg schnitt seine Typen danach. (13. bis 15. Jahrhundert)

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