PurFact

Aristoteles lernen

13 Fragen · Philosophie

Aristoteles, 384 v. Chr. in Stageira im Norden Griechenlands geboren, kommt mit 17 nach Athen und tritt in Platons Akademie ein: wo er zwanzig Jahre bleibt, erst als Schüler, dann als Forscher. Doch der Arztsohn denkt anders als der Lehrer: Statt einer jenseitigen Ideenwelt interessiert ihn die Wirklichkeit vor seinen Augen. „Platon ist mir lieb, aber lieber noch die Wahrheit", lautet der ihm zugeschriebene Grundsatz. Nach Platons Tod verlässt er Athen und übernimmt einen der folgenreichsten Erziehungsaufträge der Geschichte: Am makedonischen Königshof unterrichtet er den jungen Alexander, den späteren Alexander den Großen. Zurück in Athen gründet Aristoteles um 335 v. Chr. seine eigene Schule, das Lykeion: ihre Mitglieder heißen „Peripatetiker", angeblich weil in Wandelgängen diskutiert wurde. Dort entsteht ein Werk von atemberaubender Breite: Aristoteles begründet die Logik als Wissenschaft (mit dem Syllogismus als Schlussform), schreibt über Physik, Biologie, Seelenlehre, Dichtkunst, Rhetorik, Politik: er gilt als Erfinder der wissenschaftlichen Fächereinteilung überhaupt. In der „Nikomachischen Ethik" lehrt er, das Glück (eudaimonia) liege im tätigen, vernünftigen Leben, und die Tugend sei die Mitte zwischen zwei Extremen: Mut etwa zwischen Feigheit und Tollkühnheit. Den Menschen bestimmt er als „zoon politikon", als Gemeinschaftswesen. Nach Alexanders Tod 323 v. Chr. schlägt die Stimmung in Athen gegen alles Makedonische um; Aristoteles wird der Gottlosigkeit angeklagt und flieht: damit Athen „nicht zum zweiten Mal an der Philosophie freve", wie er anspielend auf Sokrates gesagt haben soll. Ein Jahr später stirbt er auf Euböa. Wusstest du, dass das Mittelalter ihn nur „den Philosophen" nannte? Ohne Artikel wusste jeder Gelehrte, wer gemeint war: über Jahrhunderte galt sein Wort fast als letzte Instanz.

Kostenlos üben

In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

Alle Fragen mit Lösung

Bei wem lernte und forschte Aristoteles zwanzig Jahre?

Lösung zeigen

Platons Akademie

Er kam mit 17 nach Athen und blieb bis zu Platons Tod.

💡 Wusstest du? Trotz seiner 20 Jahre bei Platon widersprach Aristoteles dem Lehrer in zentralen Punkten: vor allem lehnte er dessen Ideenlehre ab.

Welchen späteren Welteroberer unterrichtete Aristoteles als Prinzenerzieher?

Lösung zeigen

Alexander der Große

König Philipp II. von Makedonien holte ihn dafür an seinen Hof.

💡 Wusstest du? Der Welteroberer schickte seinem alten Lehrer angeblich Pflanzen- und Tierproben aus ganz Asien für dessen Forschungen.

Wie hieß die von Aristoteles in Athen gegründete Schule?

Lösung zeigen

Lykeion

Ihre Mitglieder hießen „Peripatetiker": angeblich, weil in Wandelgängen diskutiert wurde.

💡 Wusstest du? Weil Aristoteles beim Lehren umherging, nannte man seine Schüler „Peripatetiker“: die „Umherwandelnden“.

Welche Wissenschaft begründete Aristoteles mit der Lehre vom Syllogismus?

Lösung zeigen

die Logik

Der Syllogismus: Aus zwei Prämissen folgt zwingend ein Schluss: „Alle Menschen sind sterblich, Sokrates ist ein Mensch …".

💡 Wusstest du? Aristoteles' Logik blieb über 2000 Jahre nahezu unverändert gültig: Kant meinte, sie sei seit ihm „keinen Schritt weitergekommen“.

Wie heißt Aristoteles' berühmtes Ethik-Werk, benannt nach seinem Sohn?

Lösung zeigen

Nikomachische Ethik

Sohn (oder Vater) hieß Nikomachos; Kernbegriff ist die eudaimonia: das gelingende Leben.

💡 Wusstest du? Das Werk ist nach seinem Sohn Nikomachos benannt: vermutlich, weil dieser es herausgab.

Wo liegt nach Aristoteles die Tugend?

Lösung zeigen

in der Mitte

Mut liegt zwischen Feigheit und Tollkühnheit, Großzügigkeit zwischen Geiz und Verschwendung.

💡 Wusstest du? Mut liegt für Aristoteles zwischen Feigheit und Tollkühnheit: die Tugend als „goldene Mitte“.

Mit welcher berühmten Formel bestimmte Aristoteles den Menschen?

Lösung zeigen

zoon politikon

Der Mensch verwirklicht sein Wesen erst in der Gemeinschaft der Polis.

💡 Wusstest du? „Der Mensch ist von Natur aus ein staatenbildendes Lebewesen“: wer ohne Gemeinschaft lebe, sei „entweder ein Tier oder ein Gott“.

Wie heißt das höchste Ziel des Lebens in Aristoteles' Ethik?

Lösung zeigen

Eudaimonia

Gemeint ist kein Gefühl, sondern ein tätiges Leben gemäß der Vernunft.

💡 Wusstest du? „Eudaimonia“ meint kein flüchtiges Vergnügen, sondern ein gelungenes, sinnerfülltes Gesamtleben.

Was begründete Aristoteles neben Logik und Ethik (von Physik bis Dichtungstheorie)?

Lösung zeigen

die wissenschaftlichen Disziplinen

Seine „Poetik" prägt bis heute die Dramentheorie, seine Biologie beruhte auf eigenen Seziererfahrungen.

💡 Wusstest du? Rund ein Viertel seines erhaltenen Werks behandelt Zoologie.

Welcher Grundsatz über seinen Lehrer wird Aristoteles zugeschrieben?

Lösung zeigen

Platon ist mir lieb, aber lieber die Wahrheit

Lateinisch sprichwörtlich: „Amicus Plato, sed magis amica veritas."

💡 Wusstest du? Der Satz steht sinnbildlich dafür, dass wissenschaftliche Wahrheit über der Treue zum Lehrer stehen soll.

Warum floh Aristoteles 323 v. Chr. aus Athen?

Lösung zeigen

Anklage wegen Gottlosigkeit

Athen solle „nicht zum zweiten Mal an der Philosophie freveln", soll er in Anspielung auf Sokrates gesagt haben.

💡 Wusstest du? Er starb ein Jahr später auf der Insel Euböa.

Wie nannte das Mittelalter Aristoteles schlicht?

Lösung zeigen

der Philosoph

Thomas von Aquin und die Scholastik bauten ihre Systeme auf ihm auf: sein Wort galt fast als letzte Instanz.

💡 Wusstest du? So groß war seine Autorität, dass Gelehrte im Mittelalter ihn nur „den Philosophen“ nannten: ein Name genügte.

Aristoteles

Foto: After Lysippos · Public domain · Wikimedia Commons

Welcher Philosoph ist hier zu sehen?

Lösung zeigen

Aristoteles

Aristoteles war ein griechischer Universalgelehrter, Schüler Platons und Lehrer Alexanders des Großen: er begründete die Logik und prägte fast jede Wissenschaft.

💡 Wusstest du? Sein Werk umfasste von Physik über Biologie bis Poetik nahezu das gesamte Wissen seiner Zeit.

So lernst du mit PurFact

Kostenlos üben

Mehr aus diesem Bereich

Philosophie: alle Themen →