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Augustinus von Hippo lernen
13 Fragen · Philosophie
Augustinus, 354 n. Chr. in Thagaste in Nordafrika (im heutigen Algerien) geboren, ist zunächst alles andere als ein Heiliger: Der hochbegabte Rhetoriklehrer genießt das Leben in Karthago, lebt jahrelang mit einer Geliebten zusammen, mit der er einen Sohn hat, und hängt der Sekte der Manichäer an. Sein berühmtes Stoßgebet aus dieser Zeit: „Gib mir Keuschheit: aber noch nicht jetzt!" Seine christliche Mutter Monika betet unterdessen unermüdlich für seine Bekehrung.
In Mailand, wohin er als Rhetorikprofessor berufen wird, kommt die Wende: Unter dem Einfluss des Bischofs Ambrosius und der Philosophie der Neuplatoniker gerät Augustinus in eine Krise: bis er 386 in einem Garten eine Kinderstimme singen hört: „Nimm und lies!" Er schlägt die Paulusbriefe auf und bekehrt sich. Die Geschichte erzählt er selbst in den „Confessiones" („Bekenntnisse"): der ersten großen Autobiografie der Weltliteratur und zugleich einem Gebet von brennender Intensität. Darin stehen auch seine berühmten Reflexionen über die Zeit: „Was ist also die Zeit? Wenn niemand mich fragt, weiß ich es; will ich es einem Fragenden erklären, weiß ich es nicht."
Zurück in Afrika wird Augustinus Bischof von Hippo Regius und zum einflussreichsten Denker des westlichen Christentums: Seine Lehren über Gnade, Erbsünde und den freien Willen prägen die Theologie bis heute. Als 410 die Westgoten Rom plündern, antwortet er mit seinem zweiten Hauptwerk „De civitate Dei" („Vom Gottesstaat"): Weltgeschichte als Ringen zweier „Städte": der irdischen Stadt der Selbstliebe und der Stadt Gottes.
Wusstest du, dass Augustinus starb, während die Vandalen seine Bischofsstadt belagerten? Im August 430: der Antike-Kenner gilt als Brückenfigur zwischen antiker Philosophie und Mittelalter.
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