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René Descartes lernen
13 Fragen · Philosophie
René Descartes, 1596 in La Haye en Touraine (das heute seinen Namen trägt) geboren, ist Jurist, Soldat, Mathematiker und der Mann, mit dem die neuzeitliche Philosophie beginnt. Als junger Offizier erlebt er im Winter 1619 in einer geheizten Stube am Oberrhein eine Erleuchtung: Er will das gesamte Wissen von Grund auf neu errichten, so sicher wie die Mathematik. Sein Werkzeug: der methodische Zweifel. Alles wird angezweifelt, was sich anzweifeln lässt; die Sinne können täuschen, das Leben könnte ein Traum sein, ein böser Dämon könnte uns alles nur vorgaukeln.
Doch eines übersteht jede Skepsis: Selbst wenn ich mich in allem täusche; dass ich zweifle, also denke, ist unbezweifelbar. „Cogito, ergo sum": ich denke, also bin ich: der berühmteste Satz der Philosophiegeschichte, das unerschütterliche Fundament, auf dem Descartes das Wissen neu aufbaut. Aus ihm entwickelt er seinen Dualismus: Die Welt zerfällt in denkende Substanz (Geist) und ausgedehnte Substanz (Materie): das Leib-Seele-Problem, an dem sich die Philosophie bis heute abarbeitet. Seine Hauptwerke: der „Discours de la méthode" (1637), auf Französisch statt Latein geschrieben, damit ihn jeder lesen kann, und die „Meditationen über die Erste Philosophie".
Auch die Mathematik revolutioniert er: Das kartesische Koordinatensystem verbindet Algebra und Geometrie: jede Kurve wird zur Gleichung. Descartes lebt die meiste Zeit im toleranten Holland, stets besorgt vor der Kirche: Als Galilei verurteilt wird, hält er sein eigenes Weltbild-Werk zurück.
1649 folgt er der Einladung der schwedischen Königin Christina nach Stockholm: ein fataler Entschluss: Die Königin verlangt Philosophiestunden um fünf Uhr früh, mitten im eisigen Winter. Der Langschläfer Descartes, zeitlebens an ausgiebiges Denken im warmen Bett gewöhnt, stirbt dort im Februar 1650 an einer Lungenentzündung. Wusstest du, dass er das morgendliche Im-Bett-Bleiben für die Quelle seiner besten Ideen hielt?
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