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Georg Wilhelm Friedrich Hegel lernen
13 Fragen · Philosophie
Georg Wilhelm Friedrich Hegel, 1770 in Stuttgart geboren, teilt sich im Tübinger Stift die Studentenbude mit zwei anderen Genies, dem Dichter Hölderlin und dem Philosophen Schelling; gemeinsam sollen sie zur Feier der Französischen Revolution einen Freiheitsbaum gepflanzt haben. Der Weg zum Ruhm ist lang: Hauslehrer, Zeitungsredakteur, Gymnasialdirektor in Nürnberg; erst mit 46 erhält Hegel eine ordentliche Professur, ehe er 1818 auf den prestigeträchtigsten Lehrstuhl Preußens nach Berlin berufen wird und die Philosophie seiner Zeit dominiert.
Sein erstes Hauptwerk vollendet er 1806 in Jena: der Legende nach unter dem Donner der Schlacht, während Napoleon die Stadt einnimmt; im vorbeireitenden Kaiser sieht er die „Weltseele zu Pferde". Die „Phänomenologie des Geistes" erzählt die Bildungsgeschichte des Bewusstseins, mit Kapiteln wie der berühmten Dialektik von „Herrschaft und Knechtschaft". Denn das ist Hegels Kern: die Dialektik. Denken und Wirklichkeit entwickeln sich durch Widersprüche; eine Position schlägt in ihr Gegenteil um und wird in einer höheren Einheit „aufgehoben": bewahrt, beendet und emporgehoben zugleich. Die ganze Geschichte ist für Hegel ein vernünftiger Prozess: der „Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit", in dem sich der „Weltgeist" entfaltet.
Nach seinem Tod spaltet sich seine Schule: Rechtshegelianer verteidigen Staat und Religion, Linkshegelianer (darunter Feuerbach und der junge Marx) machen aus der Dialektik ein Werkzeug der Kritik: Marx stellt Hegel, wie er sagt, „vom Kopf auf die Füße".
Wusstest du, dass Hegels Vorlesungen als schwer verständlich galten (stockend, hüstelnd, im schwäbischen Tonfall) und die Hörsäle trotzdem überfüllt waren? Er stirbt 1831 in Berlin, wohl an der Cholera, und wird neben Fichte begraben, wie er es sich gewünscht hatte.
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