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Heraklit lernen
12 Fragen · Philosophie
Heraklit, um 520 v. Chr. in der reichen Handelsstadt Ephesos an der Küste Kleinasiens geboren, entstammt einer der vornehmsten Familien der Stadt; ein erbliches Ehrenamt als „Basileus" soll er verächtlich seinem Bruder überlassen haben. Die Ephesier hält er ohnehin für Toren; am Ende, so die Überlieferung, zieht er sich in die Berge zurück. Schon in der Antike trägt er zwei Beinamen: „der Dunkle" (wegen seiner rätselhaft verdichteten Sprüche) und „der weinende Philosoph", das Gegenstück zum angeblich stets lachenden Demokrit.
Sein Werk „Über die Natur", das er im Artemistempel niedergelegt haben soll, ist nur in gut 100 Fragmenten erhalten: doch sie gehören zum Berühmtesten der Philosophiegeschichte. Ihr Kern: Alles fließt (panta rhei), nichts bleibt. „In dieselben Flüsse steigen wir und steigen wir nicht", lautet das Flussfragment; das Wasser ist beim zweiten Schritt längst ein anderes; die griffige Kurzform „Man steigt nicht zweimal in denselben Fluss" prägte die Nachwelt. Hinter dem ewigen Wandel aber waltet eine verborgene Ordnung: der Logos, das Weltgesetz, das die Gegensätze zusammenspannt. Denn Gegensätze gehören für Heraklit zusammen wie Tag und Nacht, wie der Bogen, der nur durch Gegenspannung schießt: „Der Krieg ist der Vater aller Dinge" meint diesen schöpferischen Widerstreit. Als Urbild des Wandels wählt er das Feuer, das sich entzündet und verlöscht „nach Maßen".
Sein Denken in Gegensätzen und Prozessen machte ihn zum Ahnherrn der Dialektik: Hegel bekannte, es gebe keinen Satz Heraklits, den er nicht in seine Logik aufgenommen habe.
Wusstest du, dass Heraklit keinen Lehrer anerkannte? Er habe „sich selbst erforscht", sagte er stolz. Er stirbt um 460 v. Chr.: der Dunkle von Ephesos, dessen Sprüche bis heute leuchten.
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