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Thomas Hobbes lernen
13 Fragen · Philosophie
Thomas Hobbes wird 1588 in Malmesbury geboren: zu früh, denn seine Mutter erschrickt über die Nachricht von der anrückenden spanischen Armada. „Die Furcht und ich sind Zwillinge", scherzt er später und tatsächlich wird die Furcht zum Schlüsselbegriff seiner Philosophie. Der Pfarrerssohn studiert in Oxford, wird Hauslehrer der mächtigen Adelsfamilie Cavendish und lernt auf Reisen Galilei und die neue mechanistische Wissenschaft kennen, die ihn tief prägt: Auch Mensch und Staat will er fortan wie Maschinen erklären.
Als in England der Bürgerkrieg heraufzieht, flieht der königstreue Hobbes 1640 nach Paris: elf Jahre Exil, in denen sein Hauptwerk entsteht: der „Leviathan" (1651), benannt nach dem biblischen Seeungeheuer. Sein Gedankenexperiment: Ohne Staat lebten die Menschen im „Naturzustand" und der wäre ein „Krieg aller gegen alle" (bellum omnium contra omnes), denn der Mensch ist des Menschen Wolf. Das Leben darin: „einsam, arm, hässlich, tierisch und kurz". Der Ausweg: Alle schließen einen Gesellschaftsvertrag und übertragen ihre Macht einem Souverän, der im Gegenzug Frieden und Sicherheit garantiert. Der Staat ist also Menschenwerk, gerechtfertigt allein durch seinen Nutzen, mit dieser Idee wird Hobbes zum Begründer der neuzeitlichen Vertragstheorie, auf der Locke und Rousseau aufbauen.
Das Buch empört alle Seiten, den Royalisten zu wenig Gottesgnadentum, den Frommen zu materialistisch, den Parlamentariern zu absolutistisch. Hobbes kehrt nach England zurück und arrangiert sich mit Cromwell wie später mit dem restaurierten König Karl II., seinem einstigen Mathematikschüler.
Wusstest du, dass Hobbes 91 Jahre alt wurde und mit über 80 noch Homers Ilias und Odyssee übersetzte? Bewegung hielt er für die beste Medizin: Er spielte Tennis bis ins hohe Alter.
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