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David Hume lernen
13 Fragen · Philosophie
David Hume, 1711 in Edinburgh geboren, schreibt sein philosophisches Hauptwerk als Mittzwanziger, den „Traktat über die menschliche Natur" (1739/40) und muss erleben, dass es, wie er selbst spottet, „tot aus der Druckerpresse fiel". Erst spätere, zugänglichere Fassungen wie die „Untersuchung über den menschlichen Verstand" machen ihn berühmt. Eine Professur bekommt der mutmaßliche „Atheist" in Schottland trotzdem nie: berühmt und wohlhabend wird er stattdessen als Bibliothekar, Diplomat und vor allem als Autor einer sechsbändigen Geschichte Englands.
Hume treibt den Empirismus Lockes an seine radikale Spitze: Alles Wissen stammt aus Eindrücken der Erfahrung und was sich nicht darauf zurückführen lässt, ist Schein. Sein berühmtestes Beispiel ist die Kausalität: Dass auf Ereignis A stets Ereignis B folgt, beobachten wir; eine notwendige Verknüpfung dazwischen sehen wir nie. Ursache und Wirkung sind Gewohnheit unseres Geistes, nicht erkennbare Struktur der Welt. Ebenso wenig, so das „Induktionsproblem", lässt sich streng begründen, dass die Zukunft der Vergangenheit gleicht; die Sonne ist bisher immer aufgegangen, ein Beweis für morgen ist das nicht. Auch in der Moral ist Hume Realist des Gefühls: Nicht die Vernunft, das Mitgefühl treibt unser Handeln: „Die Vernunft ist nur die Sklavin der Affekte." Und aus einem Sein folgt kein Sollen: „Humes Gesetz".
Der nüchterne Skeptiker ist privat der umgänglichste Mensch: In Paris feiern ihn die Salons als „le bon David", in Edinburgh ist der beleibte Junggeselle als vorzüglicher Koch und Gastgeber beliebt.
Wusstest du, dass Kant bekannte, Hume habe ihn „aus dem dogmatischen Schlummer" geweckt? Hume stirbt 1776 in Edinburgh: bis zuletzt heiter, wie Besucher verblüfft berichteten, ganz ohne Trost der Religion.
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