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Immanuel Kant lernen
13 Fragen · Philosophie
Immanuel Kant, 1724 in Königsberg als Sohn eines Sattlermeisters geboren, verlässt seine ostpreußische Heimatstadt zeitlebens kaum und revolutioniert von dort aus das Denken der Welt. Sein Tagesablauf ist so regelmäßig, dass die Nachbarn angeblich ihre Uhren nach seinem Spaziergang stellen. Jahrzehntelang lehrt der beliebte Magister alles von Logik bis Geografie, erst mit 46 erhält er die Professur und verstummt dann für über ein Jahrzehnt, um an einem einzigen Buch zu arbeiten.
1781 erscheint es: die „Kritik der reinen Vernunft", das wohl folgenreichste Werk der neuzeitlichen Philosophie. Kants „kopernikanische Wende": Nicht unser Erkennen richtet sich nach den Gegenständen: die Gegenstände richten sich nach unserem Erkennen. Raum, Zeit und Kausalität sind Formen, die unser Verstand an die Welt heranträgt; die Dinge, „wie sie an sich sind", bleiben uns verschlossen. So versöhnt Kant Rationalismus und Empirismus (geweckt, wie er bekennt, durch Humes Skepsis) und steckt zugleich die Grenzen des Wissens ab, auch um „zum Glauben Platz zu bekommen".
In der Ethik folgt die „Kritik der praktischen Vernunft" mit dem Kategorischen Imperativ: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde." Moral gründet nicht auf Neigung oder Nutzen, sondern auf Pflicht und Vernunft; der Mensch ist Zweck an sich, niemals bloß Mittel. Die Aufklärung fasst Kant in die berühmte Formel: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" Und seine Schrift „Zum ewigen Frieden" entwirft eine Föderation freier Staaten: eine Ahnung der Vereinten Nationen.
Wusstest du, dass zwei Dinge Kant mit „immer neuer Bewunderung" erfüllten? „Der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir": so steht es auch auf seinem Grab am Königsberger Dom. Er stirbt 1804; seine letzten Worte: „Es ist gut."
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