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Søren Kierkegaard lernen
13 Fragen · Philosophie
Søren Kierkegaard, 1813 in Kopenhagen geboren, wächst im Schatten eines schwermütigen, streng frommen Vaters auf, der die Familie von einem Jugendfluch verfolgt glaubt. Das Erbe des reichen Kaufmanns erlaubt dem Sohn ein Leben als freier Schriftsteller und was für eines: In nur gut einem Jahrzehnt schreibt Kierkegaard ein Werk von Weltrang, oft unter wechselnden Pseudonymen, die miteinander streiten wie Figuren eines Theaterstücks.
Das prägende Ereignis seines Lebens ist ein Verzicht: 1840 verlobt er sich mit der jungen Regine Olsen und löst die Verlobung ein Jahr später, aus Gründen, über die er zeitlebens nur in Rätseln schreibt. Der Schmerz treibt sein Denken an. Gegen Hegels Weltsystem, das den Einzelnen im Weltgeist aufgehen lässt, setzt Kierkegaard die Frage: Was heißt es, dieser eine, unverwechselbare Mensch zu sein? „Subjektivität ist Wahrheit": es geht nicht um Systeme, sondern um die Existenz, um Wahl und Sprung. In „Entweder (Oder" (1843) stellt er Lebensformen einander gegenüber) das ästhetische Genussleben und das ethische Leben der Verbindlichkeit; darüber liegt das religiöse Stadium, dessen Härte „Furcht und Zittern" an Abrahams Opfergang durchdenkt. Der Glaube ist keine Lehre, sondern ein Wagnis: der Sprung. Und die Angst, so „Der Begriff Angst", ist „der Schwindel der Freiheit": der Preis der Möglichkeit.
Sein letztes Jahr wird zum offenen Kampf: In Flugschriften attackiert er die dänische Staatskirche: ihr bequemes „Christentum" habe mit dem des Neuen Testaments nichts zu tun. Mitten in dieser Fehde bricht er auf der Straße zusammen und stirbt 1855, erst 42 Jahre alt.
Wusstest du, dass Kierkegaard heute als Vater des Existenzialismus gilt? Sartre, Heidegger, Jaspers und Camus bauten auf dem Kopenhagener Einzelgänger auf: erst Jahrzehnte nach seinem Tod wurde er weltweit entdeckt.
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