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Gottfried Wilhelm Leibniz lernen
13 Fragen · Philosophie
Gottfried Wilhelm Leibniz, 1646 in Leipzig als Sohn eines Philosophieprofessors geboren, bringt sich als Kind in der Bibliothek des früh verstorbenen Vaters selbst Latein bei und gilt vielen als das letzte Universalgenie: Philosoph, Mathematiker, Jurist, Historiker, Diplomat, Ingenieur: „wenn er von etwas hört, hat er es schon halb erfunden", spotten Zeitgenossen bewundernd. Sein Brotberuf ist unspektakulär: Vier Jahrzehnte dient er den Welfenherzögen in Hannover als Hofrat und Bibliothekar, betraut mit der endlosen Geschichtsschreibung des Fürstenhauses.
Nebenher verändert er die Welt: In Paris erfindet er in den 1670ern die Infinitesimalrechnung: unabhängig von Newton, was zum erbittertsten Prioritätsstreit der Wissenschaftsgeschichte führt; durchgesetzt hat sich Leibniz' elegante Notation mit dem Integralzeichen ∫ und dem „d". Er baut eine der ersten Rechenmaschinen für alle vier Grundrechenarten und beschreibt das binäre Zahlensystem aus 0 und 1: die Sprache aller heutigen Computer. In der Philosophie entwirft er die „Monadologie": Die Welt besteht aus unteilbaren, „fensterlosen" Kraftpunkten, den Monaden, deren Zusammenspiel eine von Gott „prästabilierte Harmonie" regelt.
Berühmt-berüchtigt wird seine „Theodizee": Gott, der alle möglichen Welten kennt, hat die „beste aller möglichen Welten" geschaffen; das Übel ist ihr notwendiger Schatten. Voltaire verspottete den Optimismus später gnadenlos in „Candide". Leibniz denkt in Netzwerken, bevor es das Wort gibt: Rund 1300 Briefpartner in ganz Europa, Mitbegründer und erster Präsident der Berliner Sozietät der Wissenschaften.
Wusstest du, dass bei seinem Begräbnis 1716 in Hannover kaum jemand erschien? Der Hof ignorierte den unbequemen Gelehrten: heute trägt die Universität Hannover seinen Namen, und der Leibniz-Keks hält ihn im Alltag präsent.
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