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John Locke lernen
13 Fragen · Philosophie
John Locke, 1632 in Wrington bei Bristol geboren, studiert in Oxford Medizin und Naturwissenschaften und wird Leibarzt und Berater des Grafen Shaftesbury, eines führenden Oppositionspolitikers. Eine riskante Stellung: Als Shaftesbury stürzt, muss auch Locke 1683 nach Holland fliehen. Erst nach der „Glorious Revolution" von 1688, die England eine konstitutionelle Monarchie beschert, kehrt er zurück: im Gepäck die Manuskripte, die ihn zum Vordenker der liberalen Demokratie machen.
Seine „Zwei Abhandlungen über die Regierung" (1689) begründen die Herrschaft ganz neu: Alle Menschen haben von Natur aus Rechte auf Leben, Freiheit und Eigentum. Die Regierung entsteht durch Vertrag, um genau diese Rechte zu schützen und verletzt sie sie, haben die Bürger ein Widerstandsrecht. Dazu fordert Locke die Teilung der Gewalten. Ein Jahrhundert später schreiben Amerikas Gründerväter seine Ideen fast wörtlich in die Unabhängigkeitserklärung; Locke gilt als „Vater des Liberalismus".
Ebenso einflussreich ist seine Erkenntnistheorie: Im „Versuch über den menschlichen Verstand" (1689) bestreitet er angeborene Ideen: der Geist sei bei der Geburt ein „unbeschriebenes Blatt" (tabula rasa), das erst die Erfahrung füllt: durch Sinneswahrnehmung und Selbstbeobachtung. Damit wird Locke zum Begründer des britischen Empirismus, den Berkeley und Hume fortführen. Auch sein „Brief über die Toleranz" wirkt bis heute: Staat und Kirche sind zu trennen, Glauben lässt sich nicht erzwingen.
Wusstest du, dass Locke nebenbei die moderne Pädagogik mitbegründete? Seine „Gedanken über die Erziehung" (gegen Prügel, für spielerisches Lernen) waren ein Bestseller der Aufklärung. Er stirbt 1704 in Oates, beim Vorlesen der Psalmen durch seine Freundin Lady Masham.
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