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Niccolò Machiavelli lernen
13 Fragen · Philosophie
Niccolò Machiavelli, 1469 in Florenz geboren, ist 14 Jahre lang hoher Beamter und Diplomat der Florentiner Republik: Als Sekretär der Zweiten Kanzlei reist er zu Königen, Kaisern und Päpsten, organisiert eine Bürgermiliz und beobachtet aus nächster Nähe, wie Macht wirklich funktioniert, etwa beim skrupellosen Feldherrn Cesare Borgia. Dann der Sturz: 1512 kehren die Medici an die Macht zurück, Machiavelli verliert sein Amt, wird unter Verschwörungsverdacht gefoltert und aufs Landgut verbannt.
Dort schreibt der arbeitslose Staatsdiener abends, in Amtstracht am Schreibtisch sitzend, wie er in einem berühmten Brief erzählt, das Buch, das seinen Namen für immer prägt: „Il Principe": „Der Fürst" (1513, gedruckt erst 1532). Es ist ein Handbuch der Machterwerbung und Machterhaltung, radikal nüchtern: Der Fürst müsse gut sein können, aber auch das Gegenteil, wenn die Not es verlangt; besser gefürchtet als geliebt, wenn beides nicht zu haben ist; Löwe und Fuchs zugleich, Stärke und List. Nicht wie die Welt sein sollte, sondern wie sie ist, mit dieser Trennung von Politik und Moral gilt Machiavelli als Begründer der modernen politischen Theorie. Sein Name wurde trotzdem (oder deshalb) zum Schimpfwort: „Machiavellismus" steht bis heute für skrupelloses Machtkalkül.
Dabei zeigt sein zweites Hauptwerk, die „Discorsi", einen anderen Machiavelli: einen glühenden Anhänger der Republik nach römischem Vorbild. Auch als Autor der Komödie „Mandragola" und einer Geschichte von Florenz machte er sich einen Namen.
Wusstest du, dass „Der Fürst" den Medici gewidmet ist: vergeblich, denn die erhofften Ämter blieben aus? Machiavelli stirbt 1527 in Florenz, kurz nachdem die Republik zurückkehrte, die dem Ex-Beamten der Medici-Zeit nun ebenfalls misstraute.
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