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Karl Marx lernen
13 Fragen · Philosophie
Karl Marx, 1818 in Trier als Sohn eines Anwalts geboren, promoviert über antike Philosophie und wird als Redakteur der „Rheinischen Zeitung" so unbequem, dass die preußische Zensur das Blatt verbietet. Es folgt ein Leben im Exil (Paris, Brüssel, schließlich London), stets begleitet von seinem Freund, Mitautor und Geldgeber Friedrich Engels, dem Fabrikantensohn, ohne den die Familie Marx wohl verhungert wäre.
Marx dreht Hegels Dialektik um: Nicht Ideen treiben die Geschichte, sondern die materiellen Verhältnisse, wie Menschen produzieren und wem die Produktionsmittel gehören. Alle bisherige Geschichte ist für ihn eine „Geschichte von Klassenkämpfen": So beginnt das „Kommunistische Manifest", das Marx und Engels 1848 am Vorabend der Revolutionen veröffentlichen, mit dem berühmten Schluss: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" Im Londoner Exil verbringt Marx dann Jahrzehnte im Lesesaal des British Museum für sein Hauptwerk „Das Kapital" (Band 1: 1867): eine Anatomie des Kapitalismus, dessen Kern er in der Ausbeutung sieht: im „Mehrwert", den die Arbeit schafft und der Kapitalist einbehält. Religion hatte er früh als „Opium des Volkes" analysiert, als Trost, der über irdisches Elend hinwegtröstet; und den Philosophen ins Stammbuch geschrieben: Sie haben „die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern".
Marx stirbt 1883 in London; nur gut ein Dutzend Menschen stehen an seinem Grab in Highgate, wo Engels prophezeit: „Sein Name wird durch die Jahrhunderte fortleben." Er behielt recht: im Guten wie im Schlimmen: Kaum ein Denker hat das 20. Jahrhundert stärker geprägt; auf ihn beriefen sich Arbeiterbewegungen und Sozialstaaten ebenso wie Diktaturen, deren Verbrechen in seinem Namen begangen wurden.
Wusstest du, dass die Bände 2 und 3 des „Kapitals" unvollendet blieben? Engels gab sie aus dem Nachlass heraus.
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