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John Stuart Mill lernen
13 Fragen · Philosophie
John Stuart Mill, 1806 in London geboren, ist das Produkt eines beispiellosen Erziehungsexperiments: Sein Vater James Mill, Freund des Utilitaristen Jeremy Bentham, unterrichtet ihn ab dem dritten Lebensjahr in Griechisch, mit acht kommt Latein hinzu, mit zwölf Logik und Nationalökonomie. Das Wunderkind zahlt einen Preis: Mit 20 stürzt Mill in eine schwere Depression und findet heraus, was der Verstandesdrill ausgespart hatte: das Gefühl. Die Dichtung Wordsworths hilft ihm heraus; fortan will er den Utilitarismus mit dem Herzen versöhnen.
Der Utilitarismus (von Bentham begründet) misst Handlungen an ihren Folgen: Richtig ist, was „das größte Glück der größten Zahl" befördert. Mill verfeinert die Lehre: Freuden unterscheiden sich nicht nur in der Menge, sondern in der Qualität: „Lieber ein unzufriedener Sokrates als ein zufriedenes Schwein." Sein berühmtestes Werk aber ist „Über die Freiheit" (1859): Die Gesellschaft darf in die Freiheit des Einzelnen nur eingreifen, um Schaden von anderen abzuwenden: das „Schadensprinzip", bis heute Grundpfeiler des Liberalismus. Meinungsfreiheit verteidigt Mill radikal: Auch die falsche Meinung ist nützlich, weil sie die Wahrheit zwingt, sich zu beweisen.
Mill arbeitet jahrzehntelang bei der East India Company und sitzt später im Parlament, wo er 1866 als erster Abgeordneter das Frauenwahlrecht beantragt. Sein Buch „Die Hörigkeit der Frau" (1869) macht ihn zum Vordenker des Feminismus: geprägt von seiner Frau Harriet Taylor, die er als geistige Mitautorin seiner Werke rühmt.
Wusstest du, dass Mill sein Unterhaus-Mandat verlor, unter anderem weil er zu unbeugsam war, Wahlkampfgelder zu zahlen? Er stirbt 1873 in Avignon, wo Harriet begraben liegt: sein Haus dort hatte er gekauft, um ihrem Grab nahe zu sein.
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