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Friedrich Nietzsche lernen
13 Fragen · Philosophie
Friedrich Nietzsche, 1844 im sächsischen Röcken als Sohn eines Pfarrers geboren, ist ein akademisches Wunderkind: Mit nur 24 Jahren, noch vor der Promotion, wird der Altphilologe auf eine Professur in Basel berufen. Doch schwere Krankheit (Migräne, Augen- und Magenleiden) zwingt ihn mit 34 aus dem Amt. Es folgt ein Jahrzehnt als rastloser Wanderer zwischen Sils Maria im Engadin, Nizza und Turin, in dem er in Pensionszimmern ein Buch nach dem anderen schreibt, kaum gelesen von seinen Zeitgenossen.
Seine Philosophie ist ein Angriff mit dem Hammer: „Gott ist tot"; der Glaube, der Europas Werten Halt gab, ist erloschen, und Nietzsche denkt die Folgen zu Ende. Der drohenden Sinnleere, dem Nihilismus, setzt er die „Umwertung aller Werte" entgegen: In „Also sprach Zarathustra" (1883 bis 1885), seinem Poem-Hauptwerk, verkündet er den „Übermenschen" (den Menschen, der sich seine Werte selbst schafft), den „Willen zur Macht" als Grundzug des Lebens und die „ewige Wiederkunft" als härtesten Prüfstein: Lebe so, dass du dein Leben unendlich oft wiederholen wolltest. Die Moral des Mitleids seziert er in der „Genealogie der Moral" als „Sklavenmoral": brillant, einseitig, bis heute umstritten.
Im Januar 1889 bricht Nietzsche in Turin zusammen: der Legende nach, als er einem misshandelten Droschkengaul um den Hals fällt. Die letzten elf Jahre lebt er geistig umnachtet in der Pflege von Mutter und Schwester. Ausgerechnet die Schwester Elisabeth, eine Antisemitin, verwaltet den Nachlass und verfälscht das Werk in ihrem Sinne: eine Fälschung, die den späteren Missbrauch durch die Nationalsozialisten erleichterte; Nietzsche selbst hatte Antisemitismus und Nationalismus verachtet.
Wusstest du, dass Nietzsche auch komponierte und zeitlebens Wagner verehrte und bekämpfte? Er stirbt 1900 in Weimar: berühmt geworden, als er es nicht mehr erfahren konnte.
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