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Pythagoras lernen
12 Fragen · Philosophie
Pythagoras, um 570 v. Chr. auf der griechischen Insel Samos geboren, ist eine der rätselhaftesten Gestalten der Antike: Jeder kennt seinen Namen aus dem Mathematikunterricht: doch der Mann selbst hat keine Zeile hinterlassen, und schon in der Antike rankten sich Legenden um ihn. Um 530 v. Chr. verlässt er Samos, angeblich aus Widerwillen gegen den Tyrannen Polykrates, und wandert nach Kroton in Süditalien aus. Dort gründet er eine Gemeinschaft, die Schule, Orden und Lebensreform zugleich ist: Die Pythagoreer teilen ihren Besitz, üben Schweigen, prüfen sich allabendlich und verehren die Zahl.
Denn das ist der Kern der pythagoreischen Lehre: „Alles ist Zahl." Die Welt ist nach mathematischen Verhältnissen geordnet: hörbar in der Musik, wo Pythagoras entdeckt haben soll, dass harmonische Intervalle einfachen Zahlenverhältnissen von Saitenlängen entsprechen: 2:1 ergibt die Oktave, 3:2 die Quinte. Aus dieser Idee erwächst die Vorstellung einer „Sphärenharmonie", einer Musik der Himmelskörper. Der berühmte Satz des Pythagoras über die Quadrate am rechtwinkligen Dreieck war Babyloniern und Ägyptern in der Anwendung längst bekannt: die Verbindung mit seinem Namen und der Ruhm des Beweises aber blieben an ihm haften.
Zur Lehre gehört auch die Seelenwanderung: Die unsterbliche Seele wird nach dem Tod in neue Körper geboren: weshalb die Pythagoreer kein Fleisch essen. Eine Anekdote erzählt, Pythagoras habe einen Mann gebeten, einen Hund nicht zu schlagen: In dessen Winseln habe er die Stimme eines verstorbenen Freundes erkannt.
Wusstest du, dass das Wort „Philosophie" auf Pythagoras zurückgehen soll? Er habe sich nicht „weise" nennen wollen, sondern nur einen „Freund der Weisheit": philosophos. Er stirbt um 500 v. Chr. in Metapont; seine Zahlenmystik wirkt über Platon bis in die neuzeitliche Naturwissenschaft.
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