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Jean-Jacques Rousseau lernen
13 Fragen · Philosophie
Jean-Jacques Rousseau, 1712 in Genf als Sohn eines Uhrmachers geboren, verliert die Mutter bei der Geburt und schlägt sich als Jugendlicher allein durch: Graveurslehrling, Lakai, Musiklehrer, Sekretär: ein Vagabund mit Genie. 1749, auf dem Fußweg nach Vincennes zu seinem inhaftierten Freund Diderot, liest er die Preisfrage der Akademie von Dijon und hat blitzartig die Eingebung seines Lebens: Nicht der Fortschritt verbessert den Menschen, die Zivilisation verdirbt ihn. Die prämierte Schrift macht ihn schlagartig berühmt.
Seine Grundidee: Der Mensch ist von Natur aus gut: erst Eigentum, Ungleichheit und Konkurrenz verderben ihn. „Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten", beginnt sein „Gesellschaftsvertrag" (1762): Legitim ist nur eine Ordnung, in der das Volk selbst souverän ist und der „allgemeine Wille" (volonté générale) Gesetz wird: Ideen, die die Französische Revolution zündeten. Im selben Jahr erscheint „Emile", sein Erziehungsroman: Kinder sollen nicht dressiert werden, sondern sich naturgemäß entwickeln. Beide Bücher werden verboten und verbrannt, Rousseau flieht vor Haftbefehlen durch halb Europa: zeitweise nimmt ihn Hume in England auf, bis Rousseaus wachsendes Verfolgungsempfinden die Freundschaft zerstört.
Der Widerspruch seines Lebens: Der Autor des berühmtesten Erziehungsbuchs gab seine fünf Kinder mit seiner Gefährtin Thérèse ins Findelhaus: ein Makel, den Kritiker ihm bis heute vorhalten. Mit seinen „Bekenntnissen", einer schonungslosen Selbstdarstellung, begründet er die moderne Autobiografie; sein Naturgefühl macht ihn zum Wegbereiter der Romantik.
Wusstest du, dass Rousseau auch komponierte? Seine Oper „Der Dorfwahrsager" gefiel sogar dem König: die angebotene Pension lehnte der Unbeugsame ab. Er stirbt 1778; die Revolution überführte seine Gebeine 1794 feierlich ins Pariser Panthéon.
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