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Arthur Schopenhauer lernen
13 Fragen · Philosophie
Arthur Schopenhauer, 1788 in Danzig als Sohn eines reichen Kaufmanns geboren, soll das Handelshaus übernehmen: doch nach dem frühen Tod des Vaters gibt ihn die Mutter, die Schriftstellerin Johanna Schopenhauer, frei für die Gelehrtenlaufbahn. In ihrem Weimarer Salon verkehrt Goethe; das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn aber zerrüttet für immer. Das väterliche Erbe macht Arthur finanziell unabhängig: zum Glück, denn der Ruhm lässt Jahrzehnte auf sich warten.
Sein Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung" (1819) schreibt er mit Anfang 30 und niemand liest es. Seine Lehre: Hinter der Welt, wie sie uns erscheint (der „Vorstellung"), wirkt ein blinder, rastloser Drang: der „Wille". Er treibt alles Lebendige zu ewigem Streben, das nie zur Ruhe kommt: Das Leben pendelt „wie ein Pendel zwischen Schmerz und Langeweile". Erlösung versprechen nur die Kunst (vor allem die Musik, die den Willen selbst hörbar macht), das Mitleid als Grundlage der Moral und letztlich die Verneinung des Willens, die Schopenhauer in Anlehnung an indische Weisheit denkt: Als einer der ersten europäischen Philosophen schöpft er aus Upanischaden und Buddhismus.
Seine Verachtung für den Universitätsbetrieb lebt er offensiv aus: In Berlin legt er seine Vorlesung provokant auf dieselbe Stunde wie die des Star-Professors Hegel und liest vor leeren Bänken. Erst das Alterswerk „Parerga und Paralipomena" (1851) mit seinen zugänglichen „Aphorismen zur Lebensweisheit" bringt den späten Weltruhm.
Wusstest du, dass Schopenhauer seine Pudel „Atma" (Weltseele) nannte und die Frankfurter ihn mit Hund spöttisch „junger Schopenhauer" riefen? Der berühmteste Pessimist der Philosophie stirbt 1860 in Frankfurt: friedlich auf seinem Sofa; Nietzsche, Wagner, Freud und Thomas Mann stehen tief in seiner Schuld.
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