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Thomas von Aquin lernen
13 Fragen · Philosophie
Thomas, um 1225 auf der Burg Roccasecca bei Aquino zwischen Rom und Neapel geboren, entstammt niederem Adel und sorgt als Jugendlicher für einen Familienskandal: Statt wie geplant Abt im reichen Kloster Montecassino zu werden, tritt er dem jungen Bettelorden der Dominikaner bei. Die Familie ist so entsetzt, dass seine Brüder ihn entführen und über ein Jahr auf der Burg festhalten. Vergeblich: Thomas bleibt bei den Predigern, studiert in Paris und Köln beim großen Gelehrten Albertus Magnus: wo Kommilitonen den schweigsamen, kräftigen Studenten „stummen Ochsen" nennen. Albertus prophezeit: „Dieser Ochse wird einmal so laut brüllen, dass die ganze Welt ihn hört."
Er behält recht. Thomas wird zum bedeutendsten Denker der Scholastik: der mittelalterlichen Wissenschaft, die Glauben und Vernunft systematisch zusammenführt. Seine Lebensaufgabe: die gerade wiederentdeckte Philosophie des Aristoteles, den er nur „den Philosophen" nennt, mit der christlichen Lehre zu versöhnen. Glaube und Vernunft, so Thomas, können einander nicht widersprechen, denn beide stammen von Gott. Sein Hauptwerk, die unvollendete „Summa theologiae", ist eine Gesamtdarstellung der Theologie in tausenden systematisch aufgebauten Artikeln; berühmt sind daraus die „fünf Wege", die Existenz Gottes mit der Vernunft zu erweisen, etwa aus der Bewegung der Welt auf einen ersten „unbewegten Beweger" zu schließen.
Am 6. Dezember 1273 bricht Thomas nach einem Erlebnis in der Messe das Schreiben abrupt ab: Alles, was er geschrieben habe, komme ihm „wie Stroh" vor. Wenige Monate später stirbt er, kaum 50 Jahre alt, auf dem Weg zum Konzil von Lyon.
Wusstest du, dass die katholische Kirche Thomas 1323 heiligsprach und seine Lehre (den „Thomismus") später zur Grundlage ihrer Philosophie erklärte? Sein Ehrentitel: „doctor angelicus", der engelgleiche Lehrer.
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