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Ludwig Wittgenstein lernen
13 Fragen · Philosophie
Ludwig Wittgenstein, 1889 in Wien in eine der reichsten Familien Europas geboren (der Vater ist Stahlmagnat, Brahms und Mahler verkehren im Haus), studiert zunächst Ingenieurwesen und Flugtechnik in Manchester. Die Logik zieht ihn zu Bertrand Russell nach Cambridge, der bald bekennt, in dem jungen Österreicher das Genie zu sehen, auf das er gewartet habe. Als Soldat des Ersten Weltkriegs, teils in Kriegsgefangenschaft, vollendet Wittgenstein sein erstes Werk, den „Tractatus logico-philosophicus" (1921), ein Buch aus nummerierten Sätzen von kristalliner Strenge. Die Sprache bildet die Welt ab, und was sich nicht sagen lässt, liegt jenseits ihrer Grenzen: Schlusssatz: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen."
Überzeugt, die Philosophie damit erledigt zu haben, verschenkt Wittgenstein sein Millionenerbe an die Geschwister und wird Volksschullehrer in niederösterreichischen Bergdörfern, später Klostergärtner und Architekt eines Hauses für seine Schwester. Doch die Philosophie lässt ihn nicht los: 1929 kehrt er nach Cambridge zurück („Gott ist angekommen", notiert der Ökonom Keynes) und demontiert dort sein eigenes Frühwerk. Die postum erschienenen „Philosophischen Untersuchungen" (1953) denken Sprache völlig neu: Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch; Sprechen ist Handeln in unzähligen „Sprachspielen", verwoben mit Lebensformen. Berühmt sein Argument gegen eine private, nur dem Einzelnen verständliche Sprache und das Diktum, die Philosophie sei ein Kampf gegen die „Verhexung unsres Verstandes durch die Mittel unserer Sprache".
So prägte ein Mann gleich zwei Philosophenschulen, den Logischen Positivismus mit dem Tractatus, die Philosophie der normalen Sprache mit dem Spätwerk.
Wusstest du, dass drei seiner Brüder durch Suizid starben und Bruder Paul als einarmiger Pianist Weltruhm erlangte? Wittgenstein stirbt 1951 in Cambridge; seine letzten Worte: „Sagen Sie ihnen, dass ich ein wundervolles Leben gehabt habe."
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