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Die Zehn Gebote lernen
17 Fragen · Religion & Glaube
Kaum ein Text hat den Westen so geprägt wie diese zehn Sätze. Der Bibel nach empfängt Mose sie auf dem Berg Sinai, geschrieben auf zwei steinernen Tafeln, und trägt sie hinab zu einem Volk, das der Sklaverei gerade erst entkommen ist. Überliefert sind sie gleich zweimal, im 2. Buch Mose (Exodus 20) und noch einmal im 5. (Deuteronomium 5); Judentum und Christentum gelten sie gemeinsam als Kern dessen, was Gott vom Menschen will. Der Fachbegriff dafür kommt aus dem Griechischen: Dekalog, die „zehn Worte“.
Dieses Paket geht sie der Reihe nach durch: das erste Gebot, keine anderen Götter zu haben; das zweite, den Namen Gottes nicht zu missbrauchen; das dritte, den Feiertag zu heiligen; das vierte, Vater und Mutter zu ehren; dann die knappen Verbote zu töten, zu ehebrechen, zu stehlen und falsches Zeugnis zu reden; und am Ende das doppelte Verbot des Begehrens.
Ein Hinweis, der hier wirklich zählt: Die Nummerierung ist nicht überall dieselbe. Dieses Paket folgt der Zählung der Katechismen, die Katholiken und Lutheraner teilen und die im deutschen Religionsunterricht steht. Reformierte, Anglikaner, Orthodoxe und das Judentum zählen das Bilderverbot eigenständig und kommen deshalb ab dem zweiten Gebot auf andere Zahlen; beim neunten und zehnten gehen sogar Katholiken und Lutheraner auseinander. Wer das weiß, versteht auch, warum zwei Menschen beide recht haben können, wenn sie das fünfte Gebot verschieden benennen.
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