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Jackie Robinson lernen
10 Fragen · Sport
Sechzig Jahre lang hatte die amerikanische Baseball-Profiliga keinen einzigen schwarzen Spieler. Ein Gesetz gab es dafür nicht, nur eine Abmachung unter Vereinsbesitzern, die niemand aufschrieb und an die sich alle hielten. Schwarze Profis spielten in eigenen Ligen, vor eigenen Zuschauern, für einen Bruchteil des Geldes. 1945 begann der Manager der Brooklyn Dodgers, Branch Rickey, nach einem Mann zu suchen, der diese Mauer einreißen konnte.
Er suchte nicht den besten Spieler, sondern den geeignetsten Charakter. Jackie Robinson, 1919 in Georgia geboren, in Kalifornien aufgewachsen, war an der Universität in vier Sportarten gleichzeitig herausragend gewesen und hatte als Offizier vor ein Militärgericht gemusst, weil er sich geweigert hatte, im Bus nach hinten zu gehen: er wurde freigesprochen. Bei ihrem ersten Treffen fragte Robinson, ob Rickey einen Spieler suche, der sich nicht wehrt. Rickey antwortete, er suche einen, der den Mut habe, sich NICHT zu wehren. Drei Jahre lang, so die Abmachung, sollte Robinson jede Beleidigung schlucken.
Am 15. April 1947 lief er als erster schwarzer Spieler der Neuzeit in der Major League auf. Was folgte, war schwer erträglich: Zurufe von den Rängen, Spieler, die ihn absichtlich mit den Stollen trafen, Hotels, die ihn nicht aufnahmen, Morddrohungen per Post, Mitspieler, die eine Unterschriftenliste gegen ihn starteten. Robinson spielte weiter und wurde am Ende der Saison zum besten Neuling des Jahres gewählt, zwei Jahre später zum wertvollsten Spieler der Liga. 1955 gewann er mit den Dodgers die World Series.
Nach seiner Laufbahn wurde er Manager, engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung und gründete eine Bank, die schwarzen Familien Kredite gab, die sie sonst nicht bekamen. Er starb 1972 mit erst 53 Jahren an den Folgen seiner Diabetes, fast erblindet. Seit 1997 ist seine Rückennummer 42 in der gesamten Liga gesperrt: kein Spieler darf sie mehr tragen. Nur an einem Tag im Jahr tragen sie alle.
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