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Redewendungen und ihre Herkunft lernen

15 Fragen · Sprache

Rund um Ursprung von Sprichwörtern: Vom deutschen Maschinengewehr MG 08/15 aus dem Ersten Weltkrieg, wegen seiner Allgegenwart steht „nullachtfünfzehn“ für „ganz gewöhnlich“. Eine verbreitete, aber unbelegte Deutung: Zerbrechliche Waren seien zum Transport in flüssige Butter gegossen worden, die erstarrte und schützte; kam alles heil an, war „alles in Butter“. Früher nutzten mehrere Personen dasselbe Badewasser; der Letzte musste die schmutzige Wanne ausleeren: also die Folgen tragen. Von den Färbern: nach dem Färben mit Waid musste der Stoff an der Luft „blau“ oxidieren: an diesem Tag ruhte die Arbeit („blauer Montag“). Nach dem Volksglauben notierte der Teufel die Sünden auf Pergament aus Tierhaut: bei zu vielen passte es auf keine (Kuh-)Haut mehr. Gut zu wissen: Der Ausdruck verbreitete sich vor allem durch Soldaten und meint heute alles Standardmäßige, Fantasielose. Butter war lange ein wertvolles Gut: die Redensart zeugt von ihrem hohen Stellenwert. Wer heute „etwas ausbaden muss“, trägt die Folgen für etwas, das andere verursacht haben.

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In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

Alle Fragen mit Lösung

Was bedeutet die Redewendung „08/15“?

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gewöhnlich

„08/15“ geht auf das deutsche Maschinengewehr „MG 08/15“ aus dem Ersten Weltkrieg zurück: millionenfach gefertigt und im Drill endlos geübt, wurde es zum Inbegriff des Eintönig-Gewöhnlichen.

💡 Wusstest du? Der Ausdruck verbreitete sich vor allem durch Soldaten und meint heute alles Standardmäßige, Fantasielose.

Was bedeutet die Redewendung „alles in Butter“?

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alles in Ordnung

Eine Deutung führt die Wendung ins Mittelalter zurück, belegt ist sie nicht: Zerbrechliche Waren wie Gläser wurden zum Transport in flüssige Butter gegossen, die erstarrte und sie polsterte: kam alles heil an, war „alles in Butter“.

💡 Wusstest du? Butter war lange ein wertvolles Gut: die Redensart zeugt von ihrem hohen Stellenwert.

Was bedeutet die Redewendung „etwas ausbaden müssen“?

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die Folgen tragen

Die Wendung stammt aus der Zeit der gemeinsamen Badestuben: Wer zuletzt badete, musste das schmutzige, kalte Wasser nehmen und im Anschluss den Zuber ausschütten.

💡 Wusstest du? Wer heute „etwas ausbaden muss“, trägt die Folgen für etwas, das andere verursacht haben.

Was bedeutet die Redewendung „blaumachen“?

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der Arbeit fernbleiben

„Blaumachen“ geht auf die Färber zurück: Beim Blaufärben mit Indigo mussten die Tücher an der Luft „vergären“: die Handwerker hatten währenddessen frei.

💡 Wusstest du? Der „blaue Montag“ als arbeitsfreier Tag der Handwerker steckt bis heute in der Redewendung.

Was bedeutet die Redewendung „das geht auf keine Kuhhaut“?

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das ist unerhört

Die Wendung stammt aus dem Mittelalter: Man glaubte, der Teufel notiere die Sünden auf einer Tierhaut: passte etwas „auf keine Kuhhaut“, war die Untat unerhört groß.

💡 Wusstest du? Pergament wurde tatsächlich aus Tierhäuten hergestellt: eine Kuhhaut galt als besonders große Schreibfläche.

Was bedeutet die Redewendung „die Flinte ins Korn werfen“?

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aufgeben

Die Wendung stammt vom Schlachtfeld: Fliehende Soldaten warfen ihre schwere Flinte ins Getreidefeld, um schneller davonzukommen: sie gaben den Kampf auf.

💡 Wusstest du? Die „Flinte“ war eine frühe Feuerwaffe: wer sie wegwarf, gab endgültig auf.

Was bedeutet die Redewendung „auf dem Holzweg sein“?

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sich irren

„Holzwege“ waren Pfade, die Waldarbeiter nur zum Abtransport von Holz anlegten: sie endeten mitten im Wald. Wer ihnen folgte, verlief sich.

💡 Wusstest du? Der Philosoph Martin Heidegger nannte eines seiner Werke bewusst „Holzwege“, als Sinnbild für das Denken, das in die Irre führen kann.

Was bedeutet die Redewendung „ins Gras beißen“?

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sterben

Die drastische Wendung stammt wohl vom Schlachtfeld: Sterbende Krieger fielen zu Boden und bissen im Todeskampf ins Gras.

💡 Wusstest du? Schon der griechische Dichter Homer beschrieb, wie gefallene Krieger „in den Staub bissen“: ein ähnliches Bild.

Was bedeutet die Redewendung „Hals- und Beinbruch“?

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viel Glück

Der Glückwunsch ist vermutlich eine Verballhornung des jiddischen „hatslokhe un brokhe“ („Glück und Segen“): man wünschte also das Gegenteil des wörtlich Gesagten.

💡 Wusstest du? Aus Aberglauben wünscht man auch anderswo scheinbar Schlimmes: Schauspieler sagen „Toi, toi, toi“, im Englischen heißt es „break a leg“.

Was bedeutet die Redewendung „jemandem den Laufpass geben“?

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jemanden verlassen

Der „Laufpass“ war früher das Entlassungspapier eines Soldaten: wer ihn bekam, musste gehen. Heute trennt man sich damit vor allem von einem Partner.

💡 Wusstest du? Ähnliche Entlassungspapiere hießen auch „Wanderbuch“ oder „Abschied“; der Laufpass hat sich sprachlich durchgesetzt.

Was bedeutet die Redewendung „pleitegehen“?

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bankrott gehen

„Pleite“ stammt aus dem Jiddischen (pleite „Flucht“): ein zahlungsunfähiger Schuldner suchte einst das Weite, um seinen Gläubigern zu entkommen.

💡 Wusstest du? Viele Ausdrücke des Geldwesens wie „Pleite“ oder „malochen“ stammen aus dem Rotwelschen und Jiddischen.

Was bedeutet die Redewendung „etwas auf dem Kerbholz haben“?

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sich schuldig gemacht haben

Vor der Schriftlichkeit ritzte man Schulden als Kerben in ein gespaltenes Holzstück: wer „viel auf dem Kerbholz“ hatte, stand tief in der Schuld.

💡 Wusstest du? Beide Hälften des Kerbholzes wurden verglichen: Betrug war so kaum möglich, ein früher „fälschungssicherer“ Vertrag.

Was bedeutet die Redewendung „der Groschen ist gefallen“?

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endlich verstehen

Das Bild stammt vom Warenautomaten: Erst wenn die Münze (der Groschen) hindurchfiel, setzte sich der Mechanismus in Gang: so wie das Verstehen erst nach kurzem Zögern „einrastet“.

💡 Wusstest du? Im Englischen sagt man ganz ähnlich „the penny dropped“.

Was bedeutet die Redewendung „jemandem einen Bären aufbinden“?

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etwas vorlügen

Die Wendung spielt darauf an, jemandem etwas völlig Unglaubwürdiges (einen schweren „Bären“) aufzubürden, das er arglos glaubt: also eine dreiste Lüge.

💡 Wusstest du? „Bär“ könnte hier auch auf ein altes Wort für „Last“ oder „Schuld“ zurückgehen.

Was bedeutet die Redewendung „ins Fettnäpfchen treten“?

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sich blamieren

In alten Bauernstuben stand oft ein Napf mit Fett zum Einreiben der Stiefel: wer hineintrat, hinterließ fettige Spuren und blamierte sich beim Gastgeber.

💡 Wusstest du? Heute meint „ins Fettnäpfchen treten“ jede unbeabsichtigte, peinliche Taktlosigkeit.

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