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Rhetorische Stilmittel lernen

18 Fragen · Sprache

Rhetorische Stilmittel sind kein Schmuck, den man einem Text nachträglich umhängt; sie sind die Werkzeuge, mit denen Sprache überhaupt Wirkung entfaltet. Wer sagt, eine Stadt habe ein Herz, benutzt eine Metapher: ein Bild, das ohne „wie“ auskommt. Wer stark wie ein Bär ist, bleibt beim Vergleich. Lässt man die Sonne lachen und den Wind flüstern, ist das eine Personifikation, und wer etwas zum tausendsten Mal gesagt haben will, greift zur Hyperbel. Die Gegenrichtung ist ebenso wirksam: „nicht schlecht“ lobt durch Verneinung des Gegenteils (eine Litotes), und wer bei Dauerregen „herrliches Wetter“ sagt, meint das Gegenteil und betreibt Ironie. Besonders reizvoll wird es, wo sich Wörter widersprechen. Das Oxymoron presst den Widerspruch in einen einzigen Ausdruck: bittersüß, alter Knabe, beredtes Schweigen. Das Paradoxon spannt ihn über einen ganzen Satz, der erst unsinnig klingt und beim zweiten Hinsehen stimmt: „Ich weiß, dass ich nichts weiß“. Die Antithese wiederum stellt zwei Gedanken einander gegenüber: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Und der Chiasmus kreuzt die Wortstellung, wie bei Goethe: „Die Kunst ist lang, und kurz ist unser Leben.“ Dazu kommt alles, was den Klang und den Takt betrifft: die Alliteration mit ihrem gleichen Anlaut, die müde Männer munter macht; die Anapher, die Satzanfänge wiederholt und einem Text Wucht gibt; die Onomatopoesie, in der ein Wort das nachahmt, was es bezeichnet: Kuckuck, zisch, klirr. Der Euphemismus beschönigt, was unangenehm ist, aus der Entlassung wird eine „Freisetzung“. Die rhetorische Frage will keine Antwort, sondern Zustimmung. Die Klimax steigert Schritt für Schritt, wie in Caesars „Ich kam, ich sah, ich siegte“. Die Ellipse spart weg, was man ohnehin mitdenkt („Ende gut, alles gut“), und der Pleonasmus tut das genaue Gegenteil und sagt zweimal dasselbe: weißer Schimmel.

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In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

Alle Fragen mit Lösung

Wie heißt das Stilmittel, das ein Wort in übertragener Bedeutung gebraucht, ganz ohne Vergleichswort?

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Metapher

„Das Herz der Stadt“, „ein Meer von Menschen“, „Zeitfenster“: gemeint ist nie das Organ, das Wasser oder die Scheibe.

💡 Wusstest du? Metaphern sind so alltäglich, dass wir sie kaum bemerken: Ein Stuhl hat Beine, ein Berg einen Fuß, eine Flasche einen Hals.

Wie heißt das Stilmittel, das zwei Dinge ausdrücklich mit „wie“ nebeneinanderstellt?

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Vergleich

„Stark wie ein Bär“, „schnell wie der Wind“: das „wie“ ist der Unterschied zur Metapher.

💡 Wusstest du? Homer baute in der Ilias seitenlange Vergleiche ein, bei denen das Bild fast das Geschehen überwuchert.

Wie heißt das Stilmittel, das Dingen oder Naturkräften menschliche Eigenschaften gibt?

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Personifikation

„Die Sonne lacht“, „der Wind flüstert“, „die Zeit läuft davon“.

💡 Wusstest du? Wetterberichte sind voll davon: ein Tief „zieht sich zurück“, ein Hoch „setzt sich durch“.

Wie heißt das Stilmittel, das bewusst und offensichtlich übertreibt?

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Hyperbel

„Ich habe dir das schon tausendmal gesagt“: niemand hat mitgezählt, und das ist der Sinn.

💡 Wusstest du? Nicht zu verwechseln mit der Hyperbel aus der Mathematik: Beide kommen vom griechischen „hyperbolḗ“, dem Darüberhinauswerfen.

Wie heißt das Stilmittel, das durch Verneinung des Gegenteils untertreibt?

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Litotes

„Nicht schlecht“ heißt gut, „nicht wenige“ heißt viele, „kein schlechter Gedanke“ heißt ein guter.

💡 Wusstest du? Die Litotes ist im Deutschen fast eine Höflichkeitsform: Sie lobt, ohne zu schwärmen.

Wie heißt das Stilmittel, das das Gegenteil dessen sagt, was gemeint ist?

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Ironie

„Herrliches Wetter!“ im strömenden Regen. Der Tonfall trägt die eigentliche Aussage.

💡 Wusstest du? Schriftlich fehlt genau dieser Tonfall: deshalb ist Ironie die häufigste Missverständnis-Quelle in Nachrichten und Mails.

Wie heißt das Stilmittel, das zwei sich widersprechende Begriffe zu EINEM Ausdruck verbindet?

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Oxymoron

„Bittersüß“, „alter Knabe“, „beredtes Schweigen“, „Hassliebe“.

💡 Wusstest du? Ein Oxymoron ist nur ein Wortpaar: zieht sich der Widerspruch durch einen ganzen Satz, ist es ein Paradoxon.

Wie heißt das Stilmittel, das zunächst widersinnig klingt und bei genauem Hinsehen doch stimmt?

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Paradoxon

„Ich weiß, dass ich nichts weiß.“ „Weniger ist mehr.“ „Der Weg ist das Ziel.“

💡 Wusstest du? In der Logik meint Paradoxon etwas Schärferes: eine Aussage, die sich selbst widerlegt, wie der Satz „Dieser Satz ist falsch“.

Wie heißt das Stilmittel, das mehrere aufeinanderfolgende Wörter mit demselben Anlaut beginnen lässt?

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Alliteration

„Milch macht müde Männer munter“, „mit Kind und Kegel“, „Haus und Hof“.

💡 Wusstest du? Vor dem Endreim war der Stabreim die tragende Form germanischer Dichtung: das Nibelungenlied lebt davon.

Wie heißt das Stilmittel, das dasselbe Wort am ANFANG aufeinanderfolgender Sätze oder Verse wiederholt?

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Anapher

„Das Wasser rauscht’, das Wasser schwoll“: Goethe, „Der Fischer“.

💡 Wusstest du? Politische Reden bauen darauf: Martin Luther Kings „I have a dream“ kehrt achtmal wieder und gibt der Rede ihren Takt.

Wie heißt das Stilmittel, das den Klang nachahmt, den es bezeichnet?

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Onomatopoesie

Kuckuck, zisch, klirr, plumps, miauen, rascheln.

💡 Wusstest du? Tierlaute klingen in jeder Sprache anders: Der deutsche Hahn kräht „kikeriki“, der englische „cock-a-doodle-doo“.

Wie heißt das Stilmittel, das Unangenehmes beschönigend umschreibt?

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Euphemismus

„Freisetzung“ statt Entlassung, „von uns gegangen“ statt gestorben, „Preisanpassung“ statt Erhöhung.

💡 Wusstest du? Euphemismen nutzen sich ab: Ist die Beschönigung erst einmal durchschaut, braucht es die nächste: Sprachwissenschaftler nennen das die Euphemismus-Tretmühle.

Wie heißt das Stilmittel, das eine Frage stellt, ohne eine Antwort zu erwarten?

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Rhetorische Frage

„Wer will das schon?“ „Sind wir nicht alle ein bisschen müde?“

💡 Wusstest du? Sie wirkt, weil der Zuhörer die Antwort selbst formuliert und eigenen Gedanken widerspricht man seltener.

Wie heißt das Stilmittel, das mehrere Ausdrücke stufenweise steigert?

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Klimax

„Ich kam, ich sah, ich siegte.“ Jedes Glied wiegt schwerer als das vorige.

💡 Wusstest du? Die Umkehrung gibt es auch: Bei der Antiklimax fällt die Reihe ab und endet betont harmlos.

Wie heißt das Stilmittel, das zwei gegensätzliche Gedanken einander gegenüberstellt?

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Antithese

„Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Zwei Aussagen, gegeneinandergestellt.

💡 Wusstest du? Anders als das Oxymoron braucht die Antithese zwei getrennte Glieder: der Widerspruch steckt nicht in einem Ausdruck.

Wie heißt das Stilmittel, das Satzteile über Kreuz stellt (a-b-b-a)?

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Chiasmus

„Die Kunst ist lang, und kurz ist unser Leben“: Goethe, Faust.

💡 Wusstest du? Der Name kommt vom griechischen Buchstaben Chi (Χ): Zeichnet man die Bezüge ein, entsteht genau dieses Kreuz.

Wie heißt das Stilmittel, das Wörter weglässt, die man beim Lesen ohnehin mitdenkt?

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Ellipse

„Ende gut, alles gut.“ „Je schneller, desto besser.“ Die Verben fehlen und niemand vermisst sie.

💡 Wusstest du? Werbeslogans leben von der Ellipse: Je weniger dasteht, desto schneller ist es gelesen und gemerkt.

Wie heißt das Stilmittel, das dasselbe überflüssigerweise zweimal sagt?

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Pleonasmus

„Weißer Schimmel“, „runde Kugel“, „alter Greis“, „tote Leiche“.

💡 Wusstest du? Manche Doppelung ist Absicht: „Nie und nimmer“ oder „ganz und gar“ verstärken, statt zu verdoppeln.

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