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Survival: Meer & Insel lernen
15 Fragen · Natur
Das Meer verzeiht andere Fehler als der Wald und es bestraft schneller. Wer ins kalte Wasser stürzt, stirbt in den ersten Minuten fast nie an Unterkühlung, sondern am Kälteschock: Der Körper reißt unwillkürlich den Mund auf, hyperventiliert, und wer dabei Wasser einatmet, ertrinkt binnen Augenblicken. Dagegen hilft die kanadische 1-10-1-Regel: eine Minute lang nur atmen und ruhig werden, dann bleiben etwa zehn Minuten nutzbare Muskelkraft für das Nächstliegende, und rund eine Stunde bis zur Bewusstlosigkeit: Zeit, in der Retter kommen können, wenn man sie nicht wegschwimmt. Denn auch hier gilt: beim gekenterten Boot bleiben, es trägt, wärmt halb und wird gesehen; wer Energie sparen muss, zieht in der HELP-Stellung die Knie an die Brust. Aus der Brandungsfalle des Rippstroms befreit man sich nicht gegen die Strömung, sondern parallel zum Strand. Der berühmteste Irrtum des Meeres aber betrifft das Trinken: Meerwasser ist salziger, als die Nieren verarbeiten können: wer es trinkt, verliert netto Wasser und beschleunigt das Verdursten. Auf See sammelt man Regen, an tropischen Stränden liefern Kokosnüsse Flüssigkeit. Gestrandete richten ihr Lager oberhalb der Flutlinie ein, die der Spülsaum aus Treibgut ehrlich markiert, decken sich gegen die doppelt reflektierte Sonne und behandeln Quallenkontakt nicht mit Süßwasser, das die Nesselzellen erst richtig zündet, sondern mit Meerwasser und je nach Art Essig. Muscheln wandern nur gegart in den Notfall-Speiseplan und nur die, die sich vor dem Kochen geschlossen halten. Und wer ein Funkgerät findet: Der Seenotruf gehört auf UKW-Kanal 16.
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