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Tierkreise der Welt lernen
16 Fragen · Mythologie
Fast jede Hochkultur hat den Himmel in Abschnitte geteilt und fast jede kam zu einem anderen Ergebnis. Die Maya rechneten mit dem Tzolkin, einem 260-Tage-Kalender aus 20 Tageszeichen und den Zahlen eins bis dreizehn; jeder Tag trug einen Namen wie Imix oder Ahau, und wer an ihm geboren wurde, bekam diesen Namen oft gleich mit. In Burma gliedert das Mahabote-System die Menschen nach dem Wochentag der Geburt in acht Gruppen: acht, weil der Mittwoch in Vormittag und Nachmittag zerfällt, und jeder Gruppe ist ein Tier zugeordnet. Die Azteken kannten ihre eigene Fassung des 260-Tage-Zyklus, den Tonalpohualli. Tibet wiederum verbindet chinesische Tiere mit eigenen Elementen und Mondrechnungen. Zwei Systeme allerdings, die als besonders alt gehandelt werden, sind erstaunlich jung: Das keltische Baumhoroskop mit Birke, Eberesche und Esche stammt nicht von den Kelten, sondern aus dem 20. Jahrhundert: französische Autoren erfanden es in den 1970er Jahren, angeregt von Robert Graves und seiner freien Deutung eines mittelalterlichen Baumalphabets. Ähnlich verhält es sich mit dem ägyptischen Horoskop samt Nil und Anubis: eine Erfindung des Esoterikmarkts. Ebenfalls beliebt und schief ist die Meldung vom dreizehnten Sternzeichen. Der Schlangenträger ist ein echtes Sternbild, das die Sonne tatsächlich durchquert: aber der Tierkreis der Astrologie ist ein gleichmäßiges Rechenraster aus zwölf Abschnitten und war nie eine Landkarte der Sternbilder.
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