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Die Bürgerrechtsbewegung lernen

20 Fragen · Geschichte

Als Rosa Parks am Abend des 1. Dezember 1955 in Montgomery, Alabama, in einen Bus stieg, war das Unrecht, gegen das sie sich gleich wehren würde, kein Versehen, sondern Gesetz. Die Südstaaten hatten seit dem Ende der Reconstruction ein dichtes Netz von Vorschriften gesponnen, die man nach einer Bühnenfigur „Jim Crow“ nannte: getrennte Schulen, getrennte Wartesäle, getrennte Trinkbrunnen, und in den Bussen eine bewegliche Grenze, die immer dann nach hinten rückte, wenn vorne ein weißer Fahrgast stand. Der Oberste Gerichtshof hatte diesem System 1896 mit der Formel „getrennt, aber gleich“ seinen Segen gegeben. Getrennt war es, gleich war es nie. Der erste Riss kam 1954 aus demselben Gericht. In „Brown v. Board of Education“ erklärte es die Rassentrennung an Schulen einstimmig für verfassungswidrig: getrennte Bildung, so das Urteil, sei ihrem Wesen nach ungleich. Ein Jahr später wurde in Mississippi der vierzehnjährige Emmett Till ermordet; seine Mutter bestand auf einem offenen Sarg, damit die Welt sehen musste, was man ihrem Sohn angetan hatte. Die Fotos gingen durch das ganze Land. Und wenige Monate darauf saß Rosa Parks in ihrem Bus, weigerte sich aufzustehen, wurde verhaftet und die schwarze Bevölkerung Montgomerys ließ die Busse 381 Tage lang leer fahren. An der Spitze des Boykotts stand ein 26-jähriger Pastor namens Martin Luther King. Was folgte, war ein Jahrzehnt aus Mut und Zumutung. Neun Jugendliche gingen 1957 in Little Rock unter dem Schutz von Fallschirmjägern zur Schule. Studenten setzten sich 1960 in Greensboro an eine Imbisstheke, an der sie nicht bedient wurden, und blieben einfach sitzen. Die sechsjährige Ruby Bridges wurde von Bundesbeamten in ihre erste Klasse begleitet. Freedom Riders fuhren 1961 in Bussen durch den Süden und wurden dafür zusammengeschlagen. In Birmingham ließ Polizeichef Bull Connor 1963 Hunde und Wasserwerfer auf Demonstranten los, und die Bilder davon taten mehr für die Bewegung als jede Rede. Im selben Sommer standen 250.000 Menschen vor dem Lincoln Memorial und hörten King von seinem Traum sprechen. Zwei Gesetze schrieben den Erfolg fest: der Civil Rights Act von 1964, der die Rassentrennung im öffentlichen Leben verbot, und der Voting Rights Act von 1965, den es ohne den blutig niedergeknüppelten Marsch von Selma nicht gegeben hätte. 1967 kippte der Oberste Gerichtshof im Fall eines Ehepaars namens Loving auch noch das Verbot gemischter Ehen. Ein Jahr später wurde King in Memphis erschossen. Er war 39 Jahre alt.

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In PurFact kommt jede Karte genau dann wieder, wenn du sie sonst vergessen würdest. So bleibt das Wissen hängen.

Alle Fragen mit Lösung

Wie nannte man die Gesetze, die im Süden der USA die Rassentrennung vorschrieben?

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Jim-Crow-Gesetze

Der Name stammt von einer Bühnenfigur, mit der weiße Schauspieler Schwarze verspotteten.

💡 Wusstest du? 1896 erklärte der Oberste Gerichtshof die Trennung mit der Formel „getrennt, aber gleich“ für zulässig: sie hielt 58 Jahre.

Welches Urteil erklärte 1954 die Rassentrennung an Schulen für verfassungswidrig?

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Brown v. Board of Education

Die Richter entschieden einstimmig: Getrennte Schulen sind ihrem Wesen nach ungleich.

💡 Wusstest du? Der Anwalt, der den Fall gewann, hieß Thurgood Marshall: 13 Jahre später saß er selbst als erster Schwarzer am Obersten Gerichtshof.

Welcher 14-Jährige wurde 1955 in Mississippi ermordet, worauf seine Mutter auf einem offenen Sarg bestand?

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Emmett Till

Er hatte angeblich eine weiße Frau angesprochen; zwei Männer entführten und töteten ihn, ein Geschworenengericht sprach sie frei.

💡 Wusstest du? „Ich wollte, dass die Welt sieht, was sie meinem Jungen angetan haben“, sagte seine Mutter Mamie Till: die Fotos aus dem Sarg erschütterten das Land.

Wer weigerte sich am 1. Dezember 1955 in Montgomery, ihren Sitzplatz im Bus zu räumen?

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Rosa Parks

Sie war Näherin und seit Jahren in der Bürgerrechtsorganisation NAACP aktiv: von wegen bloß müße Füße.

💡 Wusstest du? Neun Monate vor ihr hatte die 15-jährige Claudette Colvin dasselbe getan; die Bewegung suchte damals nach einem Testfall vor Gericht.

Wie viele Tage dauerte der Busboykott von Montgomery?

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381 Tage

Über ein Jahr lang gingen zehntausende Menschen zu Fuß, fuhren Fahrgemeinschaften oder ließen sich von Taxifahrern zum Bustarif mitnehmen.

💡 Wusstest du? Beendet wurde er nicht durch Verhandlungen, sondern durch ein Gerichtsurteil: Im Fall „Browder v. Gayle“ erklärte der Oberste Gerichtshof die Trennung in Bussen für verfassungswidrig.

Welcher Pastor führte den Busboykott von Montgomery an und wurde zum Gesicht der Bürgerrechtsbewegung?

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Martin Luther King

Er war bei Beginn des Boykotts 26 Jahre alt und erst seit einem Jahr Pastor in Montgomery.

💡 Wusstest du? Sein Konzept des gewaltlosen Widerstands hatte er bei Mahatma Gandhi gelernt: 1959 reiste er dafür nach Indien.

Wie nennt man die neun Jugendlichen, die 1957 unter Militärschutz eine bis dahin weiße Schule in Arkansas besuchten?

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Little Rock Nine

Der Gouverneur von Arkansas ließ die Nationalgarde auffahren, um sie aufzuhalten.

💡 Wusstest du? Präsident Eisenhower schickte daraufhin die 101. Luftlandedivision: Fallschirmjäger begleiteten die Schüler ein Schuljahr lang in den Unterricht.

Welche Protestform begannen vier Studenten 1960 in Greensboro an einer Imbisstheke?

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Das Sit-in

Sie setzten sich an eine Theke, an der Schwarze nicht bedient wurden, und blieben sitzen, bis geschlossen wurde. Am nächsten Tag kamen mehr.

💡 Wusstest du? Binnen zwei Monaten gab es Sit-ins in 55 Städten in neun Bundesstaaten; das Kaufhaus in Greensboro gab im Juli auf.

Welches sechsjährige Mädchen wurde 1960 von Bundesbeamten in eine weiße Grundschule in New Orleans begleitet?

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Ruby Bridges

Weiße Eltern nahmen ihre Kinder aus der Schule; ein ganzes Jahr lang unterrichtete eine einzige Lehrerin Ruby allein in einem Klassenzimmer.

💡 Wusstest du? Norman Rockwell malte die Szene 1964 unter dem Titel „The Problem We All Live With“: das Mädchen zwischen vier Männern ohne Gesicht.

Wie nannte man die Aktivisten, die 1961 in gemischt besetzten Bussen durch die Südstaaten fuhren?

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Freedom Riders

Sie testeten, ob ein Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Fernbus-Trennung in der Praxis eingehalten wurde. Es wurde nicht.

💡 Wusstest du? In Anniston, Alabama, steckte ein Mob einen ihrer Busse in Brand; die Fahrgäste entkamen erst in letzter Sekunde. Die Fahrten gingen trotzdem weiter.

In welcher Stadt ließ Polizeichef Bull Connor 1963 Hunde und Wasserwerfer auf Demonstranten los?

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Birmingham

Unter den Demonstranten waren hunderte Schulkinder: die Bewegung hatte bewusst zum „Children's Crusade“ aufgerufen.

💡 Wusstest du? Die Fotos von Hunden und Wasserstrahlen gingen um die Welt und brachten Präsident Kennedy dazu, ein Bürgerrechtsgesetz einzubringen.

Mit welchen vier Worten begann Martin Luther Kings berühmtester Redeabschnitt 1963 in Washington?

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„Ich habe einen Traum“

Rund 250.000 Menschen standen beim Marsch auf Washington vor dem Lincoln Memorial.

💡 Wusstest du? Der berühmte Teil stand nicht im Manuskript: Die Sängerin Mahalia Jackson rief ihm zu, er solle vom Traum erzählen: King legte das Blatt beiseite und sprach frei.

Auf welches Gebäude verübten Rassisten 1963 in Birmingham einen Bombenanschlag, bei dem vier Mädchen starben?

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Eine Baptistenkirche

Die vier Mädchen waren zwischen 11 und 14 Jahre alt; sie zogen sich gerade für den Gottesdienst um.

💡 Wusstest du? Der letzte der Täter wurde erst 2002 verurteilt: 39 Jahre nach der Tat.

Welches Gesetz verbot 1964 in den USA die Rassentrennung im öffentlichen Leben?

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Der Civil Rights Act

Er verbot die Diskriminierung wegen Hautfarbe, Herkunft, Religion und Geschlecht: in Restaurants, Hotels, Schulen und am Arbeitsplatz.

💡 Wusstest du? Präsident Johnson unterzeichnete ihn und sagte voraus, seine Partei werde damit den Süden für eine Generation verlieren. Er behielt recht.

Welchen Preis erhielt Martin Luther King 1964 als bis dahin jüngster Preisträger?

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Den Friedensnobelpreis

Er war 35 Jahre alt und damit der jüngste Träger, den es bis dahin gegeben hatte.

💡 Wusstest du? Das Preisgeld von rund 54.000 Dollar behielt er nicht: Er spendete es vollständig der Bürgerrechtsbewegung.

Welcher Bürgerrechtler vertrat einen kämpferischeren Kurs als King und wurde 1965 in New York erschossen?

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Malcolm X

Er sprach von Selbstverteidigung „mit allen nötigen Mitteln“ statt von gewaltlosem Widerstand.

💡 Wusstest du? Nach seiner Pilgerreise nach Mekka 1964 änderte er seine Haltung und trennte sich von der Nation of Islam: kurz darauf wurde er ermordet.

In welcher Stadt in Alabama begann 1965 der Marsch, dessen erster Versuch als „Bloody Sunday“ endete?

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Selma

Auf der Edmund-Pettus-Brücke schlug die Polizei die Demonstranten mit Knüppeln und Tränengas zurück.

💡 Wusstest du? Erst der dritte Versuch gelang: Unter Bundesschutz zogen 25.000 Menschen die 87 Kilometer bis Montgomery.

Welches Gesetz sicherte 1965 das Wahlrecht der schwarzen Bevölkerung ab?

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Der Voting Rights Act

Er verbot die Tricks, mit denen Südstaaten Schwarze von der Wahl fernhielten: Lesetests, Kopfsteuern, willkürliche Hürden.

💡 Wusstest du? In Mississippi waren vor dem Gesetz knapp 7 Prozent der wahlberechtigten Schwarzen registriert: vier Jahre danach waren es fast 60.

Welches Urteil erlaubte 1967 in den gesamten USA die Ehe zwischen Schwarzen und Weißen?

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Loving v. Virginia

Richard und Mildred Loving waren in ihrem Heimatstaat Virginia verhaftet worden, weil sie miteinander verheiratet waren.

💡 Wusstest du? Der Nachname war ein Geschenk der Geschichte: Das Urteil, das die Liebe erlaubte, heißt bis heute „Loving“.

In welcher Stadt wurde Martin Luther King 1968 erschossen?

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Memphis

Er war dort, um streikende Müllarbeiter zu unterstützen: ihm ging es zuletzt zunehmend um Armut, nicht nur um Rassentrennung.

💡 Wusstest du? Am Abend zuvor hatte er gesagt, er sei auf dem Berggipfel gewesen und habe das gelobte Land gesehen. Am nächsten Tag wurde er auf dem Balkon seines Motels erschossen.

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