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Wortspielereien lernen
18 Fragen · Sprache
Sprache lässt mit sich spielen, und zwar erstaunlich geduldig. Man kann ihr die Buchstaben durcheinanderwürfeln, bis aus einem Regal ein Lager wird; das ist ein Anagramm, und André Breton hat Salvador Dalí damit als „Avida Dollars“ verspottet. Man kann Sätze bauen, die vorwärts wie rückwärts gleich lauten, wie „Erika feuert nur untreue Fakire“, und hat ein Palindrom. Man kann in einen einzigen Satz jeden Buchstaben des Alphabets zwingen: „Franz jagt im komplett verwahrlosten Taxi quer durch Bayern“ ist das berühmteste deutsche Pangramm und steht bis heute in Schriftmustern. Und man kann einem Buchstaben konsequent aus dem Weg gehen: Georges Perec schrieb einen ganzen Roman ohne „e“, ein Lipogramm von 300 Seiten.
Daneben steht das Handwerk der Abkürzungen: Wird NATO wie ein Wort gesprochen, ist es ein Akronym; wird BMW Buchstabe für Buchstabe buchstabiert, ein Initialwort. Und wenn jemand einer bestehenden Abkürzung nachträglich eine hübsche Bedeutung andichtet („Save Our Souls“ für SOS), entsteht ein Backronym. Zwei Wörter, die miteinander verschmelzen, ergeben ein Kofferwort wie Brunch oder Smog; ist der Ausdruck ganz neu, spricht man von einem Neologismus.
Der Rest dieses Pakets ist Spielwiese: der Spoonerismus, bei dem Anlaute die Plätze tauschen, der Schüttelreim mit seinen klappernden Klapperschlangen, das Ambigramm, das auch auf dem Kopf noch lesbar ist, das Tautogramm, in dem jedes Wort denselben Anfangsbuchstaben trägt, das Akrostichon, dessen Zeilenanfänge heimlich ein Wort ergeben, der Zungenbrecher, das Homophon, das gleich klingt und anders geschrieben wird, das Kontronym, das zwei gegensätzliche Bedeutungen in sich trägt, und am Ende der Kalauer, über den man stöhnt und dann doch lacht.
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