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Piraten: Quiz
16 Fragen · Geschichte
Seeräuber gibt es, seit es Schiffe mit Ladung gibt, doch das Bild vom Piraten mit Augenklappe und Totenkopfflagge stammt aus einer kurzen, wilden Zeit um 1700. In der Karibik kreuzten damals Schiffe voller Silber, Zucker und Tabak, und die Kolonialmächte lagen ständig miteinander im Krieg. Wer einen Kaperbrief besaß, durfte im Namen seines Königs feindliche Handelsschiffe überfallen. So machten Freibeuter wie Francis Drake, der zwischen 1577 und 1580 mit der Golden Hind die Welt umsegelte, oder der Waliser Henry Morgan, der 1671 Panama plünderte und danach Vizegouverneur von Jamaika wurde, Karriere. Der Unterschied zwischen Held und Verbrecher hing oft nur am Papier.
Zuvor hatten sich auf Hispaniola Jäger zusammengefunden, die Fleisch auf Holzrosten räucherten. Man nannte sie Bukaniere, und viele von ihnen wurden Seeräuber. Ihre Stützpunkte hießen Tortuga, Port Royal auf Jamaika, die „sündigste Stadt der Welt“, die 1692 bei einem Erdbeben halb im Meer versank, und später Nassau auf den Bahamas, wo Piraten fast ohne Obrigkeit lebten, bis Gouverneur Woodes Rogers 1718 kam. Über ihnen wehte der Jolly Roger.
Die Namen dieser Jahre klingen bis heute nach: William Kidd, der 1701 in London am Galgen endete und einen Schatz vergraben haben soll, Bartholomew Roberts mit über 400 gekaperten Schiffen, Blackbeard mit brennenden Lunten im Bart, und zwei Frauen, Anne Bonny und Mary Read, die an Bord von Calico Jack kämpften. Jean Lafitte schlug sich 1815 bei New Orleans sogar auf die Seite der Amerikaner.
Auch anderswo herrschten Piraten. Im Mittelmeer besiegte der osmanische Korsar Barbarossa 1538 bei Preveza die christliche Flotte. In der Ostsee nahmen Störtebekers Vitalienbrüder, die sich Likedeeler nannten, 1394 Visby ein. Und im Südchinesischen Meer befehligte Ching Shih Anfang des 19. Jahrhunderts eine der größten Piratenflotten aller Zeiten. Den Rest erledigte die Fantasie: Robert Louis Stevenson schrieb „Die Schatzinsel“ und schenkte der Welt Long John Silver.
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