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Ritter: Quiz
16 Fragen · Geschichte
Ein Ritter wurde man nicht über Nacht. Schon mit sieben Jahren kam ein adliger Junge als Page an einen fremden Hof, lernte Benehmen, Reiten und Gehorsam. Mit etwa vierzehn wurde er Knappe, putzte das Kettenhemd seines Herrn, versorgte die Pferde und zog mit ihm ins Feld. Erst um das zwanzigste Jahr kam der große Tag: der Ritterschlag, ein Schlag mit der flachen Klinge auf die Schulter, dazu Schwert und Sporen. Danach galt er als Mitglied eines Standes, der sich Tapferkeit, Treue und Schutz der Schwachen auf die Fahnen schrieb, auch wenn die Wirklichkeit oft rauer aussah.
Im Frieden übten die Ritter auf Turnieren, am liebsten in der Tjost, dem Zweikampf zu Pferd mit eingelegter Lanze. Der Engländer William Marshal soll dort Hunderte Gegner aus dem Sattel geholt haben und diente später fünf Königen. Andere suchten Gott und Ruhm im Heiligen Land und schlossen sich Ritterorden an: Die Templer wurden reich und mächtig, bis Papst Clemens V. sie 1312 aufhob. Die Johanniter verloren 1522 Rhodos an Süleyman den Prächtigen, und der Deutsche Orden regierte von der Marienburg an der Nogat aus ein eigenes Land.
Manche Ritter wurden zu Legenden. El Cid eroberte 1094 Valencia, Richard Löwenherz saß nach dem Kreuzzug auf Burg Dürnstein in Haft, Bertrand du Guesclin trieb als Connétable die Engländer aus Frankreich, und Götz von Berlichingen kämpfte nach 1504 mit einer eisernen Hand weiter. In Südfrankreich besangen die Troubadoure die höfische Liebe, und die Dichter erfanden die Tafelrunde, an der Lancelot sein Herz an Königin Guinevere verlor, während König Artus Excalibur trug.
Am Ende ritt der Ritter in die Literatur hinein und kam als komische Figur wieder heraus: Cervantes schickte seinen Don Quijote auf dem klapprigen Rosinante gegen Windmühlen. Da hatten Schießpulver und Söldnerheere den gepanzerten Reiter längst überholt. Geblieben sind Burgen, Wappen, Rüstungen im Museum und das Wort „ritterlich“.
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