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Günter Guillaume: Quiz
11 Fragen · Geschichte
Am frühen Morgen des 24. April 1974 standen Beamte vor der Wohnungstür von Günter Guillaume in Bonn. Der unscheinbare Mann, seit zwei Jahren persönlicher Referent von Bundeskanzler Willy Brandt, öffnete und sagte einen Satz, der in die Geschichtsbücher einging: Er sei Offizier der Nationalen Volksarmee und Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit, man möge seine Offiziersehre respektieren. Damit war einer der größten Spionagefälle der Bundesrepublik offen.
Begonnen hatte alles 1956. Guillaume und seine Frau Christel kamen als angebliche Flüchtlinge aus der DDR in den Westen und ließen sich in Frankfurt am Main nieder. In Wahrheit schickte sie die Hauptverwaltung Aufklärung, der Auslandsgeheimdienst der Stasi unter Markus Wolf. Guillaume trat 1957 in die SPD ein, arbeitete sich fleißig und zuverlässig nach oben und kam 1970 ins Kanzleramt. Bald begleitete er Brandt auf Reisen und organisierte dessen Termine.
Im Sommer 1973 verbrachte er mit dem Kanzler den Urlaub in Norwegen und bekam dort sogar geheime Fernschreiben in die Hand. Der Verfassungsschutz hatte ihn da längst im Verdacht, ließ ihn aber weiterarbeiten, um Beweise zu sammeln. Nach der Festnahme übernahm Brandt die politische Verantwortung und trat im Mai 1974 zurück; Helmut Schmidt wurde Kanzler. Das Oberlandesgericht Düsseldorf verurteilte Guillaume 1975 zu 13 Jahren Haft. 1981 kam er bei einem Agentenaustausch in die DDR zurück. Der britische Dramatiker Michael Frayn machte aus dem Fall 2003 ein gefeiertes Theaterstück.
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