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Oleg Gordijewski: Quiz
10 Fragen · Geschichte
An einem Julinachmittag 1985 stand ein Mann am Straßenrand im Zentrum Moskaus und hielt eine Plastiktüte der britischen Supermarktkette Safeway in der Hand. Für Passanten war das nichts Besonderes, für den britischen Geheimdienst war es ein Notsignal, auf das er seit Jahren wartete: Oleg Gordijewski, Oberst des KGB, wollte heraus. Wenige Tage später lag er zusammengekrümmt im Kofferraum eines Diplomatenwagens, während britische Diplomaten an der Grenze nach Finnland die sowjetischen Kontrollen passierten.
Gordijewski, 1938 in Moskau geboren und Sohn eines Geheimdienstoffiziers, war ein Musterkader. Doch der Einmarsch in Prag 1968 ließ ihn am System zweifeln. In Kopenhagen, wo er für den KGB arbeitete, warb ihn 1974 der MI6 an. Über ein Jahrzehnt lang lieferte er als Doppelagent Namen, Pläne und Einschätzungen. Besonders wertvoll waren seine Berichte über die Nervosität im Kreml während der NATO-Übung Able Archer 1983, die Moskau für die Tarnung eines Atomangriffs hielt. London und Washington begriffen so, wie gefährlich nahe die Welt einem Missverständnis gekommen war.
Ab 1982 arbeitete Gordijewski in London und sollte dort Resident werden, Chef der KGB-Station. Doch wahrscheinlich verriet ihn der CIA-Mann Aldrich Ames. Er wurde nach Moskau gerufen, unter Drogen verhört und überwacht, bis er das verabredete Signal gab. Die Flucht unter dem Decknamen Pimlico gelang; in der Sowjetunion wurde er in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Ben Macintyre erzählte seine Geschichte 2018 in einem Bestseller. Gordijewski starb im März 2025 in England.
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