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Richard Sorge: Quiz

10 Fragen · Geschichte

Richard Sorge kam 1895 in Sabuntschi bei Baku zur Welt, als Sohn eines deutschen Ingenieurs, der auf den Ölfeldern arbeitete, und einer Russin. Als kleines Kind zog er mit der Familie nach Berlin. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig, wurde schwer verwundet und fand im Lazarett zum Marxismus. Nach der Promotion trat er der KPD bei, ging 1924 nach Moskau und arbeitete bald für den sowjetischen Militärgeheimdienst. Nach Jahren in Shanghai traf er 1933 in Tokio ein, getarnt als Korrespondent der Frankfurter Zeitung und als frisch eingetretenes Mitglied der NSDAP. Er trank viel, fuhr waghalsig Motorrad und galt unter den Deutschen als bester Kenner Japans. Mit dem Botschafter Eugen Ott wurde er so eng befreundet, dass er in der Botschaft ein und aus ging und vertrauliche Berichte zu lesen bekam. Zu seinem Ring gehörten der Funker Max Clausen und der Journalist Hotsumi Ozaki, ein Berater des japanischen Regierungschefs. Im Frühjahr 1941 meldete er, dass Deutschland im Juni angreifen werde. Stalin misstraute der Warnung, und das Unternehmen Barbarossa traf die Rote Armee unvorbereitet. Im Herbst folgte seine zweite große Nachricht: Japan werde nicht gegen die Sowjetunion ziehen, sondern nach Süden. Diesmal glaubte man ihm, und frische Divisionen aus Sibirien halfen, Moskau zu halten. Im Oktober 1941 verhaftete ihn die japanische Polizei. Am 7. November 1944, dem Jahrestag der Oktoberrevolution, wurde er in Tokio gehängt. Moskau schwieg zwanzig Jahre lang über ihn; erst 1964 wurde er zum Helden der Sowjetunion erklärt.

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Alle Fragen mit Lösung

In der Nähe welcher Stadt im Kaukasus kam Sorge 1895 zur Welt?

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Baku

Sein Vater arbeitete als Ingenieur für eine Ölgesellschaft; die Mutter war Russin.

💡 Wusstest du? Die Familie zog nach Berlin, als Richard noch keine drei Jahre alt war.

Für welches Blatt schrieb er als Korrespondent in Japan?

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Frankfurter Zeitung

Seine Artikel über Japan waren so gut, dass sie ihm in Berlin einen Ruf als Fachmann einbrachten.

💡 Wusstest du? Die Pressearbeit war die perfekte Tarnung: Sie erklärte, warum er überall nach Neuigkeiten fragte.

In welcher Stadt baute Sorge ab 1933 seinen Spionagering auf?

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Tokio

Vorher hatte er von 1930 bis 1932 in Shanghai gearbeitet.

💡 Wusstest du? Er war dort so geschätzt, dass ihn die deutsche Kolonie zu ihren Feiern einlud.

Für welchen Staat spionierte Sorge, obwohl er sich als überzeugter Nationalsozialist ausgab?

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Sowjetunion

Er arbeitete für die Aufklärungsverwaltung der Roten Armee, den späteren GRU.

💡 Wusstest du? Als Tarnung war er der NSDAP beigetreten und spielte den begeisterten Parteigenossen.

Mit welchem deutschen Botschafter in Japan war er eng befreundet?

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Eugen Ott

Ott ließ ihn vertrauliche Berichte lesen und schätzte seinen Rat zu Japan.

💡 Wusstest du? Sorge hatte außerdem eine Affäre mit Otts Frau Helma.

Vor welchem deutschen Angriff warnte er Stalin vergeblich?

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Unternehmen Barbarossa

Schon im Mai meldete er den Aufmarsch und einen Angriffstermin um den 20. Juni.

💡 Wusstest du? Stalin hielt die vielen Warnungen für britische Täuschung.

Welche Stadt konnte die Rote Armee auch dank seiner Meldung, Japan greife nicht an, mit Truppen aus Sibirien halten?

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Moskau

Weil im Osten keine Gefahr drohte, verlegte Stalin erfahrene Divisionen von der Grenze zur Mandschurei an die Front.

💡 Wusstest du? Wie groß Sorges Anteil an dieser Entscheidung war, ist unter Historikern umstritten.

In welchem Jahr nahm die japanische Polizei Sorge fest?

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1941

Wenige Tage zuvor war bereits Hotsumi Ozaki festgenommen worden.

💡 Wusstest du? Botschafter Ott hielt die Verhaftung zunächst für einen Irrtum und protestierte.

In welchem Jahr wurde Sorge hingerichtet?

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1944

Am selben Tag wurde auch sein Mitstreiter Hotsumi Ozaki gehängt.

💡 Wusstest du? Der 7. November war der Jahrestag der Oktoberrevolution.

Welche Auszeichnung wurde ihm 1964, zwanzig Jahre nach seinem Tod, verliehen?

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Held der Sowjetunion

Bis dahin hatte Moskau abgestritten, ihn überhaupt zu kennen.

💡 Wusstest du? 1965 gab die Sowjetunion sogar eine Briefmarke mit seinem Bild heraus.

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