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Edith Stein: Quiz
13 Fragen · Gesellschaft & Alltag
Edith Stein wird am 12. Oktober 1891 in Breslau geboren, als jüngstes von elf Kindern einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Der Vater stirbt früh, die tatkräftige Mutter führt den Holzhandel allein weiter. Edith ist hochbegabt und eigensinnig: Als Jugendliche legt sie den Glauben ab, studiert in Breslau Psychologie und Philosophie und wechselt 1913 nach Göttingen, weil dort Edmund Husserl lehrt, der Begründer der Phänomenologie. Im Ersten Weltkrieg pflegt sie als Rotkreuzhelferin Seuchenkranke in einem Lazarett in Mähren. 1916 promoviert sie in Freiburg mit Bestnote über das Problem der Einfühlung und wird Husserls Assistentin.
Eine Professur bleibt ihr verwehrt: Göttingen lehnt ihre Habilitation 1919 ab, weil sie eine Frau ist. Stein beschwert sich beim preußischen Kultusministerium, und 1920 stellt ein Erlass klar, dass das Geschlecht kein Hindernis für die Habilitation sein darf. Ihr selbst nützt das nichts mehr, vielen Frauen nach ihr sehr. Im Sommer 1921 liest sie bei einer Freundin in einer einzigen Nacht die Lebensbeschreibung der Teresa von Ávila und sagt danach: „Das ist die Wahrheit.“ Am Neujahrstag 1922 lässt sie sich katholisch taufen.
Sie unterrichtet an einer Mädchenschule in Speyer, übersetzt Thomas von Aquin und hält Vorträge über die Bildung der Frau. Als die Nationalsozialisten 1933 Juden aus öffentlichen Ämtern drängen und sie ihre Dozentur in Münster verliert, schreibt sie Papst Pius XI. einen eindringlichen Brief gegen die Verfolgung. Im selben Jahr tritt sie in Köln in den Orden der Karmelitinnen ein und nimmt den Namen Teresia Benedicta vom Kreuz an. Dort vollendet sie ihr Hauptwerk „Endliches und ewiges Sein“.
Um ihre Mitschwestern zu schützen, flieht sie an Silvester 1938 in den Karmel von Echt in den Niederlanden. Doch nachdem die niederländischen Bischöfe öffentlich gegen die Deportationen protestiert haben, verhaftet die SS am 2. August 1942 auch die katholisch getauften Juden. Mit ihrer Schwester Rosa wird Edith Stein nach Auschwitz-Birkenau verschleppt und dort am 9. August 1942 ermordet. Papst Johannes Paul II. spricht sie 1998 heilig und erhebt sie ein Jahr später zur Mitpatronin Europas.
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